"profil": Affäre FMS: Interne Belege für fragwürdige Millionentransaktionen

Nicht nachvollziehbare Ein- und Auszahlungen - 650.000 Euro für Tante der Ex-Chefin

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, nähren interne Aufzeichnungen des Investmenthauses FMS Financial Management Service den Verdacht fragwürdiger Transaktionen in Millionenhöhe. Demnach sind die beiden Gründer und Ex-Geschäftsführer Brigitta Svoboda und Bernd-Peter Pankonin bereits kurz nach der Gründung des auf Devisenkredit-Management spezialisierten Unternehmens groß ins Anlagegeschäft eingestiegen. Allein von Oktober 2000 bis Jahresende 2002 dürfte FMS von diversen Anlegern nach "profil" vorliegenden Unterlagen nicht weniger als 24 Mio. Schilling (umgerechnet 1,7 Mio. Euro) übernommen haben. FMS hatte für das Wertpapiergeschäft nicht nur keine Konzession. Die Gelder seien auch gar nicht veranlagt worden, sondern wurden, so Masseverwalter Bernhard Eder, "als Umsatzerlöse verbucht und sogar versteuert".

Die Investoren bekamen zwar laufend Kontoauszüge zugeschickt, tatsächlich dürften aber zwei Drittel der Beträge gleich wieder an andere ausbezahlt worden sein. Auf einer FMS-internen Empfängerliste findet sich unter anderm der Name einer Tante von Ex-Chefin Svoboda, der im fraglichen Zeitraum 8,9 Mio. Schilling (647.000 Euro) überwiesen worden sein sollen.

Die Staatsanwaltschaft Wien führt mittlerweile Voruntersuchungen wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue gegen die beiden Gründer. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Der mutmaßliche Schaden wird nach derzeitigem Stand mit 13,7 Mio. Euro beziffert.

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