Wenn Eltern von sex. Missbrauch erfahren

Sofort Unterstützung bei Beratungsstellen holen

Wien (OTS) - Wie der Fall in Niederösterreich wieder einmal zeigt sind Pädophile in das gesellschaftliche Leben sehr gut integriert. Sehr oft sind Menschen mit diesen Neigungen in Bereichen tätig, in denen sie zu Kindern einen leichten Zugang haben und Kinder aufgrund ihres Autoritätsverhältnisses auch von ihnen abhängig sind.****

Was kann nun getan werden damit Eltern ihre Kinder vor Missbrauch schützen können?
Eltern sollen ihre Kinder darin bestärken nur solche Kontakte zuzulassen, bei denen sie sich wohlfühlen - das heißt, dass Eltern ihre Kinder dabei unterstützen sollen auch NEIN sagen zu dürfen - das bedeutet Eltern sollen mit ihren Kindern über das Thema sprechen. Je stärker Kinder in ihrer Persönlichkeit sind, um so seltener werden sie Opfer von Pädophilen weil sie "schlechte" Berührungen ja gar nicht zulassen.
Es ist wichtig den Kindern zu vermitteln nicht alles was Erwachsenen tun ist gut - leider ist sehr oft noch das Gegenteil der Fall.

Was tun wenn Missbrauch stattgefunden hat?
Für viele Kinder ist es sehr schwierig über ihren erlebten Missbrauch zu sprechen.
Sie sind verunsichert, fühlen sich schuldig - insbesondere wenn Missbrauch zu Hause stattfindet.
Wichtig ist es in jedem Fall dem Kind zu glauben und es ernst zu nehmen.
Ein zweiter wichtiger Schritt ist Hilfe zu suchen da Missbrauch auch bei Eltern(teilen) ein Gefühl der Hilflosigkeit und der Ohnmacht auslöst - und das ist schwer auszuhalten. Alleine das Mitteilen und Besprechen mit geschulten Leuten, mindert den Druck und lässt den Blick klar werden für Handlungen und Interventionen die dem Wohl des Kindes dienen.

Eine sofortige Anzeige bei der Polizei vermindert in der Regel zwar das Gefühl der Ohnmacht der Person, die von dem Missbrauch erfahren hat, allerdings kann eine Anzeige, die zu früh gemacht wird, die Situation für das betroffenen Kind noch verschlimmern.

So wie in Niederösterreich geschehen macht es keinen Sinn nur mit dem Täter zu reden und keine Beratungsstellen oder die Polizei einzubinden, da sehr oft Täter - wie in diesem Fall auch - weiterhin Kinder missbrauchen.

Wohin kann man sich wenden?
In jedem Bundesland gibt es eine Kinder- und Jugendanwaltschaft an die man sich wenden kann, um sich dort beraten zu lassen oder Adressen von Beratungsstellen zu erhalten.

In der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft gibt es die Soforthilfe bei Gewalt und Missbrauch unter der Telefonnummer 1708 Da kann auch, falls notwendig, kostenlose psychosoziale und juristische Prozessbegleitung organisiert werden.
Prozessbegleitung bedeutet Information, Vorbereitung, Begleitung , sowie rechtsanwaltliche Vertretung der Kinder wenn es zur Anzeige kommt.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits
Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 1708

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