Neues Volksblatt" Kommentar: "Drohung" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. August 2004

Linz (OTS) - Wie sicher sitzt Alfred Gusenbauer im Sattel? Geht es nach Hannes Androsch, dann nicht allzu sicher. Vergangene Woche donnerte Gusenbauer seinen Widersachern denn auch entgegen, dass er sein SPÖ-Reformwerk von niemandem gefährden lasse.
Freilich: Wenn Gusenbauer Gefahr droht, dann in erster Linie von ihm selbst. Jüngstes Beispiel: Kaum hat er die gänzliche Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage zur Krankenversicherung gefordert, wird er schon wieder düpiert. Man sollte die Beitragsgrundlage auf 4500 oder 5000 Euro anheben, so Gusenbauers Parteigeschäftsführer Darabos. Dass Gusenbauer in diesem Zusammenhang 3000 Euro Bruttoeinkommen offenbar als eher niedriges Einkommen empfindet, stellt ihm -gemessen an den tatsächlichen Durchschnittseinkommen in Österreich -auch kein besonders gutes Gespür aus. Aber wirkliches Gespür für Geld war schon in 30 Jahren sozialistischer Kanzlerschaft den SPÖ-Protagonisten so fremd, dass wir an der Hinterlassenschaft noch lange würgen werden. So gesehen ist Gusenbauers Anspruch auf die Kanzlerschaft auch eine ziemliche Drohung.

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