ARBÖ: Nicht alle Fahrzeugen können problemlos mit einer Biodieselbeimischung fahren

ARBÖ-Umfrage bei Autoimporteuren ergibt: keine Freigabe bei Mazda, Volvo, Chrysler

Wien (OTS) - Ein Biodieselgemisch kommt für den ARBÖ nur unter zwei Voraussetzungen in Frage: erstens dürfen Autos damit keine technischen Probleme haben und zweitens darf sich der ohnehin schon hohe Preis für Diesel nicht weiter verteuern..

Während der Entwurf des Ministeriums unterstellt, dass Fahrzeuge bis zu einer 5 prozentigen Beimischung keine technischen Probleme haben, sieht die Wirklichkeit anders aus, wie eine Umfrage des ARBÖ-Klubjournals FREIE FAHRT bei den Auto-Importeuren ergab.

Diesel mit maximal fünf Prozent Bioanteil wird zwar von den meisten Autoherstellern als unbedenklich freigegeben Doch selbst

gegen diesen relativ geringen Bioanteil bestehen Vorbehalte bei einiger Importeure.
* Jaguar und Land Rover: "Die Nutzung von Biodiesel - oder auch Beimengung von Biodiesel in herkömmlichen Dieselkraftstoff - wird geprüft. Derzeit besteht jedoch noch keine Freigabe seitens Jaguar und Land Rover zur Verwendung von Biodiesel. Damit erlischt auch die Neuwagengarantie."
* Volvo: "Eine Freigabe für Biodiesel existiert für keinen Volvo-Neuwagentyp aus unserer aktuellen Modellpalette."
* Chrysler/Jeep: "Es besteht für kein Modell von Chrysler oder Jeep die Freigabe für die Verwendung von Biodiesel, bei einer allfälligen Verwendung von Biodiesel erlischt daher auch der Garantieanspruch." *Mazda Austria: "... kann Mazda derzeit noch keine generelle Unbedenklichkeit für die Verwendung von Biodiesel bzw. dessen Beimengung zu konventionellem Diesel aussprechen. Aller Voraussicht nach soll es bis zum Jahr 2005 für alle Mazda-Modelle eine generelle Freigabe für die Beimengung von klar definiertem Biodiesel bis zu fünf Prozent geben."

Die Verwendung von reinem, 100-prozentigen Biodiesel (Raps Methyl Esther) darf nur mit speziell dafür freigegebenen Fahrzeugen erfolgen, da dieser Treibstoff Schäden an Motoren und Einspritzsystemen hervorrufen bzw. zu Funktionsstörungen führen kann. Bei den meisten landwirtschaftlichen Fahrzeugen (Traktoren) ist die Verwendung von Biosprit in Reinkultur heute schon problemlos möglich.

"Sollte es in Österreich zu einer Beimischung von Biodiesel kommen, dürfen jedenfalls keine Zusatzkosten für die Kraftfahrer erwachsen.", lautet die zweite zentrale Forderung des ARBÖ Eine wichtige Voraussetzung ist noch nicht geklärt. Nämlich die Frage, ob die Anteile von Biodiesel auch in Zukunft von der Mineralölsteuer befreit bleibt. Bleibt sie das nicht, droht allein schon aus diesem Titel ein Kostenschub von 1,8 Cent pro Liter. ( Dieser setzt sich aus 1,5 Cent mehr Mineralölsteuer und aus 0,3 Cent darauf aufgeschlagene Mehrwertsteuer zusammen)

Abgesehen von der Besteuerungsfrage droht bei Biodiesel in Zukunft ohnehin ein Preisauftrieb. Da viele Staaten gleichzeitig auf Biodiesel umsteigen und es gleichzeitig noch nicht genug Biodiesel bzw. das dafür nötige Raps gibt (die Autohersteller beharren aus Qualitätsgründen auf Raps als Basis für Biodiesel) gibt, droht eine Knappheit bei Biodiesel. Und knappe Güter werden meistens teurer.

Der ARBÖ erinnert in diesem Zusammenhang, dass die Rückkehr zu jährlichen Intervallen bei der §57a Prüfung ("Pickerl") zur Erreichung des Kyoto-Zieles hilfreich werden. Im Zuge dieser Überprüfung werden auch die Abgaswerte überprüft. Eine Rückkehr zur jährlichen Intervallen könnte sicherstellen, dass die Autos nicht schlecht gewarteten Fahrzeugen die Umwelt unnötigerweise belasten. So könnten auch etwaige Mängel früher entdeckt und womöglich billiger behoben werden. Damit wäre mehr auch für mehr Sicherheit auf den Straßen gesorgt.

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