Grasser begrüßt Absage von ÖIAG und Telekom an Swisscom

Grundlegende, österreichische Bedingungen nicht erfüllt

Wien (OTS) - Finanzminister Karl-Heinz Grasser begrüßt die Absage der ÖIAG bzw. des Telekom-Managements an die Schweizer Telekomunikationsgesellschaft Swisscom. "Die österreichischen Bedingungen wurden nicht ausreichend erfüllt", erklärt Grasser.

Der Privatisierungsauftrag der Regierung ist durch folgende Eckpfeiler definiert:

  • Schaffung bzw. Erhaltung sicherer Arbeitsplätze in Österreich
  • Headquarterfunktion in Österreich
  • Erhaltung und Ausbau der bestehenden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten
  • Österreichische Kernaktionärsstruktur
  • Ausreichende Berücksichtigung des österreichischen Kapitalmarktes

Vor diesem Hintergrund hat die ÖIAG und der Telekom-Vorstand auf Betreiben der Swisscom über die Bedingungen für einen nachhaltigen österreichischen Einfluss im Interesse von Arbeitsplatz- und Standortsicherung sowie Stärkung des Kapitalmarkts verhandelt. Ziel war es offensichtlich, vor dem Hintergrund des zunehmenden, internationalen Wettbewerbs durch ein Zusammengehen der beiden Unternehmen zum siebent größten Player auf dem europäischen Telekom-Markt aufzusteigen und damit an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.
"Ohne konsequente Wahrung österreichischer Interessen ist diese industrielle Lösung nicht akzeptabel", sagte Grasser.

Die ÖIAG ist nun am Zug die weitere Vorgangsweise zu diskutieren. Die bereits diskutierte Privatisierung von 17 % der Telekom über die Wiener Börse wäre dabei eine Alternative. "Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass eine Privatisierung über die Börse eine gewinnbringende Variante wäre", erklärt Grasser, "Beispiele aus der Vergangenheit haben das bewiesen." So steigerte Böhler Uddeholm seit der Privatisierung über die Börse im November 2003 ihren Aktienkurs von 48,50 auf 66,35 Euro, die VOEST Aktie legte seit dem Going Public im September 2003 um ganze 22 % zu.
"Unsere Politik führte zu nachhaltigen Wertsteigerungen sowohl bei den privatisierten Unternehmen als auch bei den Beteiligungen der ÖIAG. Insgesamt wurde so der österreichische Wirtschaftsstandort und Kapitalmarkt nachhaltig gestärkt", so Grasser.

Durch die Erlöse aus den erfolgten Privatisierungsmaßnahmen wurde der Schuldenstand der ÖIAG von rund 6,29 Mrd. Euro Anfang 2000 auf nunmehr rund 1,76 Mrd. Euro reduziert.
Gleichzeitig konnte trotz bereits erfolgter umfangreicher Privatisierungen mit einem Erlös von über 3,8 Mrd. Euro der Wert des Beteiligungsportfolios von 5 Mrd. Ende 2000 auf 5,8 Mrd. Euro im Juli 2004 gesteigert werden:
erstmals können nun die Zinsen für die Schulden der ÖIAG aus den Dividendeneinnahmen bedient werden und damit ist die ÖIAG seit ihrer Gründung im Jahr 1970, also nach 33 Jahren der roten Finanzminister und der roten Zahlen, erstmals saniert.
Grasser: "Die Ergebnisse beweisen, dass die Privatisierungsstrategie der österreichischen Bundesregierung bislang sehr erfolgreich war. Diesen Weg werden wir auch weiterhin gehen."

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