Stadlbauer zu Miklautsch: Hilferuf von Opferschutzeinrichtungen ernst nehmen!

Opferschutzeinrichtungen bangen um finanzielle Zukunft - auch 2004 Kürzungen!

Wien (SK) Österreichische Opferschutzeinrichtungen, wie beispielsweise die "Frauen Helpline gegen Männergewalt" (0800/222 555), bangen weiterhin um ihre finanzielle Zukunft, wie einem aktuellen Interview auf http://diestandard.at mit deren Geschäftsführerein Maria Rösslhumer zu entnehmen ist, denn auch im laufenden Jahr werden die Budgets durch die schwarz-blaue Bundesregierung gekürzt. Gleichzeitig wird ein vom Justizministerium auch PR-mäßig unterstützter Verein mit seiner Hotline "Notruf für Opfer" mit 500.000 Euro Jahresbudget gefördert, kritisierte SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Grundsätzlich begrüßt die SPÖ natürlich Maßnahmen zur Stärkung des Opferschutzes, trotzdem werfe die Vorgangsweise in diesem Zusammenhang einige Fragen auf. ****

So kritisierte der ehemalige FPÖ-Justizminister Böhmdorfer beispielsweise die MitarbeiterInnen von bestehenden Opferschutzeinrichtungen und warf ihnen indirekte mangelnde Kompetenz vor, indem er nicht müde wurde zu betonen , dass RechtsanwältInnen die kompetentesten Auskunftspersonen für Opfer seien. Seine Nachfolgerin im Justizministerium, Karin Miklautsch, hat diese Aussage bislang nicht relativiert. Diese 14 Anwältinnen, die sicherlich gute Arbeit leisten, erhalten 30 Euro pro Stunde. "Wieviel wohl im Vergleich dazu SozialarbeiterInnen verdienen?", fragte Stadlbauer.

Die Einrichtung der Hotline basiert auf einer Studie aus dem Jahr 2002, in der festgehalten wurde, dass zum damaligen Zeitpunkt 200 Opferhilfeorganisationen in Österreich tätig waren. Trotzdem beschloss man im Justizministerium, eine 201. Organisation zu fördern. Weiters ergab die Studie des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie Wien, dass keine einzige Stelle rund um die Uhr zur Verfügung stünde. "Dies ist nicht richtig, denn die Frauenhelpline gegen Männergewalt der Frauenhäuser steht Opfern von Gewalt seit Jahren täglich 24 Stunden zur Verfügung", erklärte Stadlbauer.

Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ-Abgeordneten Gisela Wurm antwortete die neue FPÖ-Justizministerin unter anderem, dass die "Weiterverweisung (durch die neue Hotline) - soweit den Personen nicht unmittelbar geholfen werden kann - an die für diesen Fall kompetenten Opferhilfeorganisationen und Behörden" erfolge. Im Gegensatz zu den Aussagen von Maria Rösslhumer gibt Miklautsch an, dass mit diesen Einrichtungen vor Beginn dieses Projektes Gespräche geführt und auch laufend geführt werden. Rösslhumer weiß davon interessanterweise nichts. Nun sind sogar Kündigungen zu befürchten, wenn die Zusage der Budgetmittel nicht schnellstens erfolgt.

Stadlbauer appellierte abschließend an die neue FPÖ-Justizministerin sich im Sinne der Frauen umgehend den Anliegen und Bedürfnisse der Frauen- und Opferschutzvereine anzunehmen und sie so von ihren Überlebensängsten zu befreien. "Die FPÖ-Justizministerin kann so zeigen, dass ihr, wie sie nicht müde wird zu betonen, tatsächlich frauenspezifische Themen ein großes Anliegen sind", schloss Stadlbauer. (Schluss) up/vs/mm

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