LH Haider: Bei Telekom droht Bank-Austria Schicksal

Swisscom nicht gut bewertet - Telekom hat große Marktchancen im südosteuropäischen und auch arabischen Raum

Klagenfurt (LPD) - Wie Landeshauptmann Jörg Haider heute, Donnerstag, feststellte, sei er von den nun vorliegenden Plänen zur Telekom überhaupt nicht angetan. Hier werde eine Form des Ausverkaufs praktiziert, die nicht zu akzeptieren sei. Der Staat solle sich Geld anderweitig holen, wenn er es brauche. Mit Privatisierung habe es jedenfalls nichts zu tun, wenn ein Staatunternehmen an ein anderes wie der Swisscom verkauft werde. Ausserdem werde die Swisscom von Analysten nicht gut bewertet. Es gebe sehr viel Skepsis. Hier drohe das Schicksal der Bank Austria bzw. HypoVereinsbank, als beim Zusammenschluss auch Milliardenverluste gebaut wurden, viele Kleinaktionäre kräftig draufgezahlt haben und zahlreiche Mitarbeiter abgebaut wurden. Dieses Schicksal soll verhindert werden. Aus Fehlern sei zu lernen, so Haider.

Telekom Austria mit Mobilcom sei ein sehr gutes Unternehmen mit großen Marktchancen und werde auch von Analysten hinsichtlich des Wachstums gut bewertet. Die Swisscom jedoch habe keine Erfolgsaussichten im südosteuropäischen Raum, sagte Haider.

Der 17prozentige Anteil könnte ausserdem auch über die Börse verkauft werden und somit bei Erhaltung der Sperrminorität. Neue Chancen für die Telekom würden sich vor allem im südosteuropäischen, aber auch im arabischen Raum auftun, wundert sich der Landeshauptmann über die Konzentration auf den Deal mit der Schweiz. In diesem Zusammenhang verwies er auf die vielen wirtschaftlichen Möglichkeiten, die auch sein Besuch kürzlich in Serbien gezeigt habe.

Wenn bei der so positiv bewerteten Telekom jedoch große Marktchancen und damit eine massive Steigerung des Aktienwertes zu erwarten sei, dann stelle sich die Frage, warum man sie zu einem schlechteren Kurs verkaufen wolle. Möglicherweise gehe es darum, dass Telekom-Manager bei einem Deal mit der Swisscom millionenschwere Prämien erhalten, das sei aber sehr seltsam. Immerhin seien in Österreich 14.000 Arbeitsplätze betroffen.

Die Bundesregierung sei gefordert, denn bei dem geplanten Aktientausch bzw. -verschmelzung müsse das ÖIAG-Gesetz geändert werden. Dies würde eine monatelange Diskussion bedeuten.
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