Frohnleiten: Ersatzbrennstoff aus Klärschlamm

ABL-Anlage im Frohnleitener ABEZ erzeugt Granulat mit Braunkohlen-Heizwert/ Optimale Synergie-Nutzung für höchste ökologische und ökonomische Standards

Frohnleiten (OTS) - Im Gelände des ABEZ Frohnleiten auf dem Dürrnberg ist Mitte August die Klärschlammtrocknung mit Abwärme aus den beiden vorhandenen Blockheizkraftwerken, die mit Deponiegas betrieben werden, angelaufen. In der Anlage wird ein Granulat erzeugt, das als Brennstoff in thermischen Kraftwerken und industriellen Feuerungsanlagen eingesetzt werden kann. Das Projekt der Abfallbehandlung-Logistik Frohnleiten GmbH. (ABL), einem Gemeinschaftsunternehmen der Umwelt- und Entsorgungstechnik AG (UEG) und der Gemeindebetriebe Frohnleiten GesmbH. (GFG), zeichnet sich durch die einzigartige Nutzung von Synergieeffekten aus. Anders ausgedrückt: Kreislaufwirtschaft in Reinkultur.

Die komplett eingehauste, vollautomatische Bandtrocknungsanlage der Andritz AG ist auf einen 24-h-Betrieb und einen Input von rund 10.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. "Der Klärschlamm wird mit rund 25 Prozent Trockensubstanz (TS) angeliefert und verlässt die Anlage nach rund einer halben Stunde Verweildauer mit 90 Prozent Trockensubstanz", erläutert Projektleiter DI Thomas Maier (UEG).

"Die Einzigartigkeit der ABL-Anlage besteht nun daran, dass im ABEZ Frohnleiten, das von der GFG betrieben wird, die optimale Nutzung von Synergieeffekten möglich ist: Wir verwenden Heißgas aus den Kaminen des bestehenden Blockheizkraftwerkes und Heißwasser aus dessen Kühlung, verbrauchen also keinerlei Primärenergie wie Öl oder Gas wie andere Klärschlammtrocknungsanlagen, wobei 1,2 Tonnen Wasserdampf pro Stunde anfallen. Die Abluft wird teilweise ausgeschleust, bzw. in einem Wäscher gereinigt und geht schließlich durch einen Biofilter mit 2,50 m Schütthöhe", erläutert Maier. "Selbst das bei der Trocknung anfallende kondensierte Wasser wird nochmals verwendet und in der nebenan stehenden SERVUS-MBA zur Feuchtigkeits-Einstellung in der Rotte, bzw. Befeuchtung des Biofilters eingesetzt".

"Dazu kommt schließlich - was höchste ökologische und ökonomische Standards ermöglicht - dass die Befüllung, Entleerung und Wartung der Anlage und die Logistik von den Mitarbeitern der GFG betreut werden, weshalb wir keine zusätzliche Bedienungsmannschaft benötigen. Dadurch können wir zu vernünftigen Preisen für Klärschlämme eine zukunftsträchtige Lösung anbieten. Das ist deshalb besonders wichtig, weil Klärschlämme seit Jahresanfang ein zunehmendes Entsorgungsproblem darstellen, weil sie nicht mehr auf Deponien abgelagert werden dürfen und für ihre Ausbringung auf Felder europaweit laufend strengere Grenzwerte erlassen werden", stellt GFG-Geschäftsführer Ing. Wolfgang Thomann fest.

"Wir haben wir auch bei dieser Anlage ganz besonderen Wert auf die Schonung der Umwelt gelegt, weshalb beispielsweise die an sich schon geruchsneutrale Abluft zusätzlich noch in einem eingehausten Biofilter gereinigt wird ", betont Thomann.

"Für Frohnleiten bedeutet die neue Anlage der ABL, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage der SERVUS Abfall am Gelände der Deponie Frohnleiten errichtet wurde, einen weiteren Ausbau zu einem Kompetenzzentrum Abfallwirtschaft. Mit der Anlagen-Kombination auf dem Dürrnberg können wir alle notwendigen Behandlungsverfahren für nicht gefährliche Abfälle anbieten", sagte Thomann weiter. Ein weiterer, nicht unerheblicher ökologischer Effekt ergebe sich schließlich daraus, dass die in jedem Fall zu transportierende Menge auf rund ein Drittel reduziert werde.

"Das von der ABL produzierte Klärschlamm-Granulat hat einen Heizwert, der jenem einer guten Braunkohlensorte entspricht, und lässt sich sehr gut in einem thermischen Kraftwerk oder einer industriellen Feuerungsanlage als Brennstoff einsetzen. Wir rechnen mit einer Produktion von rund 500 kg pro Stunde, die aus einem Bunker per LKW direkt zu den Feuerungsanlagen geliefert werden", so Maier abschließend.

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Ing. Wolfgang Thomann
Tel.: 0664/2019914

DI Thomas Maier
Tel.: 0664/4347168

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