Glawischnig kritisiert LH Haider wegen geplanter Staumauer im Nationalpark Hohe Tauern

Grüne werden alle Mittel ausschöpfen, um Bau zu verhindern

Wien (OTS) - "Der Kärntner Landeshauptmann Haider will unter Bruch von EU-Recht und internationalen Verträgen eine Staumauer mitten im Nationalpark Hohe Tauern errichten und dafür sogar das Naturschutzgesetz ändern. Die Grünen werden alle Mittel ausschöpfen, um diesen Bau zu verhindern", kündigt die stv. Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig an.

Diese Staumauer widerspricht den internationalen Nationalparkbestimmungen, der Nationalpark Hohe Tauern würde daher seine internationale Anerkennung verlieren. Die Pasterze würde fünf bis zehn Meter unter Wasser geraten, was ein weiteres Abschmelzen des Gletschers zur Folge hätte, erläutert Glawischnig.

"Es gibt eine ökologisch verträgliche Lösung. Die E-Wirtschaft hat über Jahrzehnte mit den Speicherkraftwerken und dem Mölltaler Wasser gute Gewinne gemacht. Das Abpumpen des Gletscherschliffs ist den Profiteuren zumutbar, und ist auch bereits akzeptiert. Einzig LH Haider will nun die billige Lösung mit dem Sandersee als Deponie durchdrücken, um im Gegenzug Geld für die umliegenden Gemeinden flüssig zu machen. Dafür setzt Haider sogar den Alpenverein unter Druck, der als Grundstückseigentümer die Zustimmung zur Staumauer geben muss", so Glawischnig.

Der Hintergrund: 1918 wurde das Gebiet rund um den Großglockner gekauft und dem Alpenverein übertragen, damit dieses einzigartige Gebiet für immer ein Naturschutzgebiet bleibt. Heute liegt das Gebiet rund um den höchsten Berg Österreichs und seinen Gletscher, die Pasterze, in der Kernzone des international anerkannten Nationalparks Hohe Tauern und einem EU-Naturschutzgebiet (Natura 2000).

Das Wasser aus dem Gebiet des Großglockners wird südlich des Alpenhauptkammes gesammelt und in den Speicher Mooserboden geleitet. Im Kraftwerk Kaprun wird das Wasser zur Stromproduktion genutzt. Über Jahrzehnte hat sich im Speicher feiner Gletscherschliff angesammelt, der entsorgt werden muss, um die Kapazität des Speichersees zu erhalten.

Die billigste Entsorgungsvariante ist die Ablagerung des Feinstaubes im Sandersee, einem Gewässer unter der Pasterze in der Kernzone des Nationalparks. Damit der natürliche See zur Entsorgungsstätte für den Gletscherschliff umfunktioniert werden kann, müsste er aufgestaut werden. Ein Wall von 13 Meter Höhe und 40 Meter Länge mitten in Nationalpark-Sonderschutzgebiet würde für die nächsten 13 Jahre den Sandersee zur Deponie machen.

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