Telekom soll Austria bleiben

ISPA gegen Mehrheitsverkauf der Telekom Austria

Wien (OTS) - "Die österreichischen Internet Service Provider sprechen sich gegen den mehrheitlichen Verkauf der Telekom Austria (TA) ins Ausland aus, da dies noch nicht abschätzbare Folgen und Risiken für die
Telekommunikationsentwicklung in Österreich beinhaltet," erklärte Georg Chytil, der Präsident des Verbands der Internet Service Provider (ISPA). "Außerdem hat die TA auch eine wichtige Rolle als Impulsgeber für Forschung und Innovation in Österreich."

Das Leitungsnetz der Telekom Austria mit dem Anschluss faktisch jeden Haushalts an das Festnetz ist eine nicht duplizierbare kritische Infrastruktur Österreichs. Auf ihr basieren fast alle Telekommunikations- und Datendienste. Jeder Internet Service Provider nutzt in irgendeiner Art und Weise diese Infrastruktur. Für die österreichische Wirtschaft stellt sie eine kritische Komponente dar.

Der kolportierte Mehrheitsverkauf an die Swisscom brächte die über Jahrzehnte mit dem Geld der österreichischen Bürger aufgebaute Monopolinfrastruktur in ausländischen Besitz und Entscheidungsgewalt. Noch dazu in ein Land, das außerhalb des gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums, der auf gemeinsame Wirtschaftsegeln basiert, liegt. Welche Auswirkungen dies auf die weitere Liberalisierung des Telekombereichs haben wird, ist noch ungewiss.

"Der Verkauf der TA darf nicht nur unter kommerziellen Gesichtspunkten gesehen werden. Die Monopolinfrastruktur des TA Kupferleitungsnetzes ist für das Internet in Österreich nach wie vor von zentraler Bedeutung." sagte Kurt Einzinger, ISPA Generalsekretär, und fuhr fort, "es wäre äußerst kurzsichtig sie wegen ein paar Euros mehr aus der Hand zu geben."

Sicherheit ist für die ISPs ein wichtiges Thema. So hat die ISPA (Internet Service Providers Austria) in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt das Projekt CIRCA (Computer Incident Response Coordination Austria) gestartet, das den Schutz der kritischen Netz-Infrastruktur des Internets vor Angriffen und Viren zum Ziel hat.

"Gerade im Sicherheits- und Notfallsbereich wissen wir, dass kurze Entscheidungswege unerlässlich sind und wie wichtig die Hand am Schalter ist", bekräftigte Andrea Cuny-Pierron, CIRCA Projektleiterin bei der ISPA. "Außerdem darf nicht vergessen werden, dass der Betreiber der Telekom Netz Infrastruktur hochsensible Daten über das Kommunikationsverhalten fast aller Österreicher verwaltet."

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Dr. Kurt Einzinger
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