Tumpel: Telekom darf nicht verschleudert werden

Gefahr für tausende Arbeitsplätze und sichere Telekom-Dienste

Wien (OTS) - AK Präsident Herbert Tumpel wendet sich strikt gegen sämtliche derzeit diskutierte Pläne zur Verschleuderung der Telekom Austria. Durch den Verkauf dieses wichtigen österreichischen Infrastrukturunternehmens wäre die qualitativ hochwertige, flächendeckende Versorgung der ÖsterreicherInnen mit Telekom-Diensten gefährdet. Der mögliche Verkauf an die Swisscom bedeute überdies den Verkauf eines wichtigen österreichischen Unternehmens an einen anderen Staat und bringe nur der Swisscom Vorteile, nicht aber der Telekom Austria. Im Gegenteil: Die Abwanderung der Unternehmenszentrale würde österreichische Arbeitsplätze gefährden. Tumpel fordert weiterhin öffentliches Mehrheitseigentum an der Telekom mit einem Kernaktionär ÖIAG: "Alles andere ist verantwortungslos."

"Aus Schweizer Sicht wäre es sicher vernünftig, die Telekom Austria als gut dastehendes, stark expandierendes Unternehmen zu kaufen", sagt Tumpel, "für uns in Österreich muss es aber darum gehen, was ein neuer Eigentümer zur positiven Entwicklung der Telekom und ihrer Beschäftigten in Österreich leisten kann." Hier zeige sich:
Die Swisscom ist ein Unternehmen, das praktisch ausschließlich den Schweizer Markt betreut. Den werde sie der Telekom kaum öffnen. Überdies wäre bei einem Verkauf an ein ausländisches Unternehmen die Abwanderung wichtiger Unternehmensteile wie Produktentwicklung, Marketing, Großkundenbetreuung und Einkauf unvermeidbar. Damit wären viele Arbeitsplätze im Unternehmen Telekom Austria selbst gefährdet, und auch die österreichische Wirtschaft als Dienstleister und Zulieferer ware hart getroffen: Insgesamt hat die Telekom Austria Aufträge im Wert von 760 Millionen Euro an österreichische Zulieferer vergeben.

Es droht auch die Loslösung der Mobilkom von der Telekom Austria. Das wäre schlecht für Österreich: Während es bei anderen Mobilfunk-Betreibern zu einem Abbau an Arbeitsplätzen und zu einer Verlagerung der strategischen Entscheidungskompetenz ins Ausland gekommen ist, konnte insbesondere die Mobilkom sowohl Mitarbeiterstand als auch Umsatz in Österreich steigern. Auch die Headquarterfunktion, von der wichtige Impulse für den Wirtschaftsstandort ausgehen, wird für alle ausländischen Töchter in Österreich erfüllt.

Tumpel verlangt weiterhin öffentliches Mehrheitseigentum an einem so wichtigen Infrastrukturunternehmen wie der Telekom Austria: "Dafür ist gerade die Schweiz ein Beispiel. Die Swisscom ist ein mehrheitlich staatliches Unternehmen und wird es auch bleiben. Das ist sogar durch ein Verfassungsgesetz abgesichert."

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002