"Neues Volksblatt" Kommentar: "Denkzettel?" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. August 2004

Linz (OTS) - =

Der katholischen Kirche in Österreich ergeht es
derzeit nicht besser als den Regierenden auf Landes- und Bundesebene. Jeder Urnengang, egal ob Arbeiterkammer, Landtags- oder EU-Wahl, wird von den politischen Mitbewerbern zur Denkzettelwahl hochstilisiert, auch wenn damit ständig Äpfel mit Birnern verglichen werden.
Die Kirche erlebt derzeit im Gefolge der Missstände im St. Pöltner Priesterseminar Ähnliches: Wiewohl andere Diözesen nichts mit den Vorfällen zu tun haben, erfolgen Kirchenaustritte nun auch unter Berufung auf die St. Pöltner Zustände. Womit den Verantwortlichen schon aus ökonomischen Gründen deutlich vor Augen geführt wird, dass unter diese Affäre ein rascher und entschlossener Schlussstrich gezogen werden muss.
Freilich: Wenn dann die St. Pöltner Diözesanfinanzkammer an die Beitragszahler schreibt, dass >=die Berichterstattung über die bedauerlichen Vorkommnisse Verärgerung" ausgelöst hätte, dann liegt man in der Argumentation daneben. Nicht die Überbringer der schlechten Nachricht sind für das Dilemma verantwortlich, sondern die handelnden Personen.

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