Fuhrmann: Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst muss kommen

Junge ÖVP spricht sich für sechs Monate Zivildienst aus

Wien, 17. August 2004 (ÖVP-PK) "Der Zivildienst darf nicht länger Wehrersatzdienst sein. Aus der Sicht der JVP darf der Zivildienst nicht losgelöst vom übrigen Sozialsystem diskutiert werden", sagte heute, Dienstag, Bundesobfrau der Jungen Volkspartei Abg.z.NR Silvia Fuhrmann. Die Junge ÖVP fordert eine gesellschaftliche, finanzielle und aufgabenmäßige Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst. ****

Derzeit sei die Situation so, dass die Zivildiener von der
Dauer her länger eingesetzt seien und mit einer Schlechterstellung in Bezug auf die Verpflegung und finanzieller Abgeltung
konfrontiert seien. "Durchschnittliche Wartezeiten für den Zivildiener bis zum tatsächlichen Einsatz von einem Drei-Viertel-Jahr dürfen ebenfalls nicht vergessen werden", so Fuhrmann.

Die Junge ÖVP geht davon aus, dass der Dienst an der Waffe gleich viel wert sein müsse, wie der Dienst an der Gesellschaft. "Die physische und psychische Belastung wird von uns auf die selbe Ebene gestellt", sagte Fuhrmann und wies darauf hin, dass Wehr- und Zivildienst echte Alternativen, auch im Sinne einer gesellschaftlichen Gleichstellung, werden müssten. "Sie müssen eine wahre Wahlmöglichkeit für junge Menschen sein", so Fuhrmann. Der umfassende Ansatz der JVP sollte daher die gesellschaftliche, finanzielle und aufgabenmäßige Gleichstellung der Dienste beinhalten.

Notwendig sei auch das Hinterfragen der Tauglichkeitskriterien. "Die Tauglichkeit für das Bundesheer kann nicht die Voraussetzung für jene des Zivildienstes sein. Wir erheben die Forderung nach unterschiedlichen Tauglichkeitskriterien, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden", sagte die Obfrau der Jungen ÖVP.

Beim Thema finanzielle Gleichstellung gehe es vor allem um das Verpflegungsentgelt. "Es geht darum, dass die Zivildienst-Trägerorganisationen den Zivildienern, ähnlich wie dies beim Bundesheer der Fall ist, die Verpflegung bereitstellen müssen. Dieser Verpflichtung könnten die Zivildienst-Trägerorganisationen mit Betriebsküchen relativ einfach nachkommen", unterstrich Fuhrmann. Ebenfalls tritt die JVP dafür ein, dass eine Gleichstellung bei der Abmeldung zur Verpflegung, die an den dienstfreien Tagen erfolgt, umgesetzt werden solle. "Es sollte beim Zivildienst derselbe Beitrag zur Auszahlung gelangen, wie dies beim Bundesheer der Fall ist", so Fuhrmann.

Fuhrmann plädierte auch für eine Gleichstellung hinsichtlich der zu erfüllenden Aufgaben. Bisher gebe es noch zu viele Unterschiede. "Fraglich ist, ob die Zivildiener nicht schon
Aufgaben erfüllen, die mit einem Hilfsdienst im eigentlichen Sinne nichts mehr zu tun haben. Der Aufruhr, der die Forderung nach einer Verkürzung des Zivildienstes bei den Trägerorganisationen hervorgerufen hat, ist aufgrund der teilweise sehr langen Ausbildungsdauer nur verständlich", sagte Fuhrmann, die sich für eine Zivildienstdauer von sechs Monaten aussprach.

Abschließend nahm Fuhrmann zum Thema "Einjährig Freiwillig" Stellung. "Analog zum Bundesheer könnte man bei einer entsprechenden Verkürzung des Zivildienstes eine einjährige Berufsanwärterausbildung beim Zivildienst einführen", so Fuhrmann. Diese so genannten EF-Kandidaten müssten eine sorgsamere Auswahlprüfung absolvieren und würden über ein Jahr hinweg eine fundierte Ausbildung auf freiwilliger Basis absolvieren. Nicht viel abgewinnen könne die JVP dem verpflichtenden Sozialjahr. "Erst wenn die gesellschaftlichen Voraussetzungen sich dahingehend verändert haben, dass auch in der partnerschaftlichen Arbeit Mann und Frau gleich viel leisten, sollte die Diskussion wieder aufgenommen werden", sagte Fuhrmann.

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