WK-Aktion "Stopp dem Krankenstandsmissbrauch"

Wien (OTS) - Um Missverständnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen: Es liegt der Wirtschaftskammer völlig fern, erkrankte Mitarbeiter zu kriminalisieren. Der gerechtfertigte Krankenstand steht für die Wirtschaft außer Zweifel, aber ebenso muss es auch möglich sein, sich mit dem Thema "Krankenstandsmissbrauch" auseinander zu setzen. Ein Thema, das Kärntens UnternehmerInnen unter den Nägeln brennt, wie ständig steigende Anfragen im WK-Servicezentrum und die Ergebnisse einer neuen WK-Umfrage zeigen.

Dem großen Teil jener Kärntner ArbeitnehmerInnen, denen krankfeiern ein Fremdwort ist, stehen leider "schwarze Schafe" gegenüber, die nachhaltig Betriebe und die Volkswirtschaft schädigen. Beispiele gefällig?

  • Eine Urlaubsvereinbarung kommt wegen betrieblicher Erfordernisse nicht zustande. Leider allzu oft "konsumieren" Mitarbeiter als Trotzreaktion Krankenstand.
  • Ein Dienstnehmer wird gekündigt. Kurz nach Kündigungsfrist wird Krankenstand für die gesamte Dauer (punktgenau zum Kündigungstermin) bestätigt.
  • Fahrkurse, Meisterprüfungskurse und sonstige private Ausbildungen werden im Krankenstand absolviert.
  • Unternehmen beklagen sich auch über telefonische Krankschreibungen oder die Fragestellung von Ärzten "Wie lange soll ich Sie krankschreiben?"
  • Gar nicht selten: Mitarbeiter, die im Krankenstand Nebenjobs nachgehen oder Tätigkeiten ausüben, welche die Genesung beeinträchtigen. Auch die Verletzung von Ausgehzeiten zählt dazu.

Vor diesem Hintergrund hat die Wirtschaftskammer in den vergangenen Wochen Kärntner Betriebe zur Problematik ungerechtfertigter Krankenstände befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:

- 214 Betriebe haben Probleme mit einem Krankenstandsmissbrauch der Mitarbeiter gemeldet

- 176 Betriebe haben Erfahrungen mit "auffälligen Krankschreibungen"

  • 179 Betriebe berichten von nachweislichem Fehlverhalten von Dienstnehmern im Krankenstand
  • 239 Betriebe sind der Ansicht, dass die Krankenstandskontrollen durch die Gebietskrankenkasse nicht ausreichend sind

Kosten und Folgekosten treffen empfindlich

Wie sehr ein ungerechtfertigter Krankenstand vor allem Kärntens Klein- und Mittelbetriebe trifft, zeigt die folgendes Bespiel für Krankenstandskosten:

Beispiel 1: Gastgewerbe, 3-Mann-Betrieb (inkl. Unternehmer); Köchin, Lohn: Euro 1300 brutto, 40 Stunden/ Woche vereinbart 14 Tage Krankenstand Gesamtkosten DG (inkl. Sonderzahlungen für diese Zeit): Euro 925,59 weiters Kosten für zusätzlich einzustellenden Koch für diese Zeit (sofern überhaupt so schnell verfügbar)

Forderungen und Service der Wirtschaftskammer

  • Verstärkte Anwesenheits- und gesundheitliche Kontrollen durch die Gebietskrankenkasse
  • Gründliche "lege artis-Untersuchungen" direkt am Patienten; keine Krankschreibungen aufgrund von Telefonaten oder durch Ordinationspersonal
  • Einführung von zwei Tagen Karenz (= keine Entgeltfortzahlung durch Dienstgeber) bei allen Krankenständen, ausgenommen klassische Arbeitsunfälle; zusätzlich Pflichtversicherung der Dienstnehmer für die Entgeltfortzahlung nach Freizeitunfällen
  • WK unterstützt von Krankenstandsmissbrauch betroffene Unternehmen durch Beratung und Rechtsbeistand. In besonders krassen Fällen: Bei strafrechtlicher Relevanz Einschaltung der Staatsanwaltschaft sowie Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen beim zuständigen Gericht

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Kärnten
Präsidium
Präsident Franz Pacher
Tel.: 05 90 90 4 - 260
Fax: 05 90 90 4 - 264

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