Aktion "Nachbar in Not - Österreich hilft Darfur" angelaufen

Auftakt-Pressekonferenz im ORF-Zentrum

Wien (OTS) - Zwölf Jahre nach seiner Gründung wird Österreichs größte private Hilfsaktion "Nachbar in Not" mit seinen Stiftungsmitgliedern Caritas und Rotes Kreuz sowie den Kooperationsorganisationen Care, Volkshilfe, Hilfswerk Austria, Diakonie Österreich, Malteser Hospitaldienst, den Ärzten ohne Grenzen sowie Medienpartner ORF zum zweiten Mal nach der Ruanda-Hilfe in Afrika aktiv. In einer Pressekonferenz im ORF-Zentrum gaben am Dienstag, dem 17. August 2004, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner, "Nachbar in Not"-Vorstandsvorsitzender Franz Prüller und der ORF-Leiter der Aktion, Jörg Ruminak, den Startschuss zu dieser groß angelegten Hilfsaktion.

In der westsudanesischen Provinz Darfur kommt es zurzeit zur weltweit größten humanitären Katastrophe, von der insgesamt 1,2 Millionen Menschen unmittelbar betroffen sind. 10.000 sind den Kampfhandlungen zwischen der Regierung, verbündeten todbringenden Reitermilizen und den Rebellen zum Opfer gefallen. Eine Million Menschen befindet sich auf einer Fläche von der Größe Frankreichs auf der Flucht, 200.000 haben sich zu Flüchtlingslagern im Nachbarland Tschad durchgeschlagen. Die sanitären und hygienischen Bedingungen sind da wie dort dramatisch. In den kommenden Monaten werden bis zu 1.000 Tote täglich befürchtet. Bilder und Berichte aus der Krisenregion gibt es kaum, nur für wenige Journalisten und internationale Hilfsverbände gibt es ein Durchkommen nach Darfur. Das Massensterben im Sudan findet daher bisher unbemerkt von der Weltöffentlichkeit statt.

"Nachbar in Not - Österreich hilft Darfur" startet unter der Patronanz von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer eine österreichweite Hilfsaktion. In den nächsten Wochen und Monaten propagiert der ORF in TV- und Radiospots die Aktion und deren PSK-Kontonummer 91 091 200. Schon mit zehn Euro sichert man einer Flüchtlingsfamilie für ein Monat das Überleben. Unter der von der Ö3-Internet-Redaktion betreuten Homepage http://nachbarinnot.ORF.at sind alle Informationen zu Spendenmöglichkeiten, aber auch aktuelle Infos zur Lage in Darfur abrufbar. In den Programmen von ORF-Fernsehen und -Radio wird in den kommenden Wochen ausführlich über die Situation im Westsudan und das Anlaufen der humanitären Hilfe berichtet. Ö3 etwa bringt am 17. August, ab 22.00 Uhr, eine Sondersendung zum Thema "Nachbar in Not -Österreich hilft Darfur".

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer unterstützt die Bemühungen von "Nachbar in Not" und ORF, österreichische Hilfe für die Flüchtlinge im Sudan zu initiieren. "Der Konflikt in Darfur ist laut UNO mittlerweile zu einer weltweiten humanitären Krise geworden, von der nach jüngsten Schätzungen insgesamt etwa 1,2 Millionen Menschen betroffen sind. Hunderttausende Menschen drohen in den kommenden Monaten zu verhungern. Deshalb ist rasche Hilfe notwendig, die durch die Initiative von ORF und 'Nachbar in Not' organisiert werden soll."

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner: "Das Sterben im Sudan passiert im Moment abseits der Weltöffentlichkeit. Das macht 'Nachbar in Not - Österreich hilft Darfur' so besonders schwierig und gleichzeitig so besonders notwendig. Der ORF muss dafür sorgen, dass die Bilder an die Menschen herangetragen werden. Ob 'Licht ins Dunkel', ob 'Hochwasserhilfe', ob 'Nachbar in Not' - der ORF und seine Mitarbeiter haben sich im Anlassfall stets mit voller medialer Kraft für Hilfsprojekte engagiert - mit beispiellosem Erfolg. Nun stellen wir uns einer neuen Herausforderung und hoffen auf die Unterstützung aller Österreicherinnen und Österreicher."

Franz Prüller, Caritas-Generalsekretär und Stiftungsvorstand von "Nachbar in Not", ist in der vergangenen Woche tief betroffen aus dem Sudan zurückgekehrt: "Ich habe schon viel gesehen, aber an einen solchen Anblick gewöhnt man sich nie: verzweifelte Menschen, die sich mit Ästen, alten Kleidern und einigen Stücken Plastik gegen Hitze und die enormen Regenmassen zu schützen versuchen, Kinder, die schon zu schwach sind, um noch aufzustehen. Und das nur wenige Stunden mit dem Flugzeug von uns entfernt."

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