Nachbar in Not - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Ö3 Wecker: "Die Not der Menschen in der Entfernung darf uns nicht kalt lassen."

Wien (OTS) - Im Ö3 Wecker bei Hary Raithofer setzte Bundespräsident Dr. Heinz Fischer heute am 17. August den Startschuss für die Hilfsaktion Nachbar in Not - die Ö3 Gemeinde hilft Darfur. 1,2 Millionen Menschen haben um ihr nacktes Leben zu retten schon ihre Heimat verlassen müssen. Dr. Heinz Fischer im Hitradio Ö3:
"Tragische Einzelschicksale erhalten oft größte Aufmerksamkeit, beispielsweise wenn jemand in Bergnot gerät oder ein Kind in eine Brunnen fällt. In Darfur geht es um hunderttausende Menschen, Frauen, Alte und Kinder, die vom Tod bedroht sind. Und nur weil diese tragischen Schicksale weiter weg von uns sind, darf uns das nicht kalt lassen. Wir sollten uns herausgefordert fühlen und nicht wegschauen." Heute ab 22.00 Uhr bis Mitternacht sendet Ö3 eine Sondersendung mit Experten zur humanitären Situation in der westsudanesischen Krisenregion Darfur. Moderiert wird die Sondersendung von Andi Knoll.

Hary Raithofer: "Die österreichische Bundesregierung hat anfangs an eine Hilfe von 200.000 Euro für Darfur gedacht, jetzt ist die Hilfe auf 1,2 Millionen aufgesteckt worden. Die Schweiz hat seit Beginn der Krise nach Angaben des Schweizer Außenamtes bisher rund vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wie sehen Sie das als Bundespräsident? Leistet Österreich hier einen entsprechenden Beitrag?"

Dr. Heinz Fischer: "Wir leisten natürlich entsprechende Beiträge und wir müssen Verständnis in der Öffentlichkeit wecken, dafür dass diese Beiträge auch höher sein können/dürfen und sogar müssen. Wir haben ehrgeizige Ziele was Ausgaben für Entwicklung in anderen Ländern betrifft und für die Hilfe in anderen Ländern. Wir bleiben da unter dem Druck der harten budgetären Auseinandersetzung manchmal zurück hinter dem was wir uns vornehmen. Das ist Faktum und das kann man nur ändern, wenn es in der österreichischen Öffentlichkeit das Gefühl gibt, es handelt sich dabei um eine wichtige Sache und da darf man nicht kleinlich sein. Da zeigt sich, ob ein Land gewissermaßen insgesamt ein Herz hat, so wie man das früher bei der Hilfe für die Ungarn, für die Tschechen, bei anderen Aktionen von Nachbar in Not gezeigt haben. Wir müssen es auch in diesem Fall zeigen und es wird nicht das letzte Mal sein. Wir stehen vor einer Aufgabe die ein gut entwickeltes und reiches Land wie Österreich einfach leisten muss.

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