SCHNELL FAHREN BILLIGER ALS FALSCH PARKEN

KfV fordert österreichweit einheitliche Strafhöhen - Strafen im internationalen Vergleich zu niedrig

Wien (OTS) - Wer hierzulande aufgrund eines Verkehrsdelikts zur Kasse gebeten wird, muss nicht besonders tief in die Tasche greifen. Im Ortsgebiet 20 km/h zu schnell? Bei Rot über die Ampel gefahren? Kein Problem im "Schlaraffenland für Verkehrssünder" Österreich. Die Strafe lässt sich auch von weniger Begüterten leicht begleichen und für finanziell besser Gestellte ist diese ohnehin lachhaft. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) steht Österreich in punkto Strafhöhen international besonders schlecht da. Zum Vergleich:
Während hierzulande Lenker, welche die Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h überschreiten, mit bis zu 45 Euro Bußgeld glimpflich davonkommen, müssen Schnellfahrer in Italien oder Belgien dafür mindestens 140 Euro berappen, in Norwegen 300 Euro und in Frankreich gar empfindliche 750 Euro! "Die österreichischen Trinkgeldstrafen könnten zu einem regelrechten Rasertourismus führen", ist KfV-Direktor Dr. Othmar Thann überzeugt, "Schließlich ist es für ausländische Lenker, die härtere Strafen gewöhnt sind, ein Leichtes hierzulande einmal ordentlich aufs Gas zu steigen."

Vom Bodensee bis zum Neusiedlersee gleiche Strafen gefordert!

Das KfV beanstandet auch die sehr unterschiedlichen Höhen der Verkehrsstrafen innerhalb Österreichs. "In Deutschland wird schon lange bundesweit gleich gestraft, an diesem Vorbild muss sich auch Österreich orientieren. Es sollen vom Bodensee bis zum Neusiedlersee einheitliche Strafsätze gelten. Derzeit kommt es noch zu kuriosen Auswüchsen - so zahlt ein Lenker im Burgenland, der den Sicherheitsabstand nicht einhält und erwischt wird 80 Euro, während ein Drängler in Kärnten mit 32 Euro davonkommt", kritisiert der KfV-Chef die verschiedenen Wertigkeiten. Für die Einführung eines einheitlichen Strafenkatalogs ist laut KfV-Rechtsabteilung lediglich eine Gesetzesänderung in der StVO, wie es dieses Jahr schon mehrere gab, und keine Verfassungsänderung notwendig.

Zu schnell fahren billiger als falsch Parken

Das KfV bemängelt zudem die ungleiche Verteilung der Geldstrafen. Während für ein nicht ordnungsgemäß gesichertes Kind eine Strafe bis 36 Euro gilt, kann es vorkommen, dass Lenker für nicht ordentlich transportiertes Vieh das Doppelte zahlen. Hier stellt sich die provokante Frage: Ist Vieh mehr wert als ein Kind? Auch der Vergleich zwischen einem Parkdelikt und einer Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h lässt aufhorchen: Falsch Parken kann um 40 Euro höher bestraft werden!

Tödliche Unfälle: 36% auf Geschwindigkeit, 0,12% auf Parken zurückzuführen!

Angesichts der Unfallzahlen scheint die Höhe und Verhältnismäßigkeit der Strafen in Österreich noch drastischer: Während vermutlich 302 von 848 tödlichen Unfällen auf überhöhte Geschwindigkeit zurückführen sind, das sind immerhin rund 36 Prozent!, sieht es bei Unfällen mit dem Unfallumstand "verkehrsbehinderndes Halten und Parken" ganz anders aus: Nur 1 von 848 Unfällen ist auf diesen Umstand zurückzuführen, das sind 0,12 Prozent.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001