ÖAMTC-Erhebung zeigt: Verlorenes Ladegut macht Kraftfahrer-Alltag zur Bewährungsprobe

Durch verlorenes Ladegut ist Südautobahn am gefährlichsten und in Vorarlberg sind deswegen am häufigsten Tunnels gesperrt

Wien (ÖAMTC-Presse) - Christbäume und Schi im Winter, Fahrräder im Sommer, heute aktuell eine Betonwanne auf der Außenring-Autobahn (A21) sind nur einige der verlorenen Dinge, die zu gefährlichen Ausweichmanövern vor allem auf Autobahnen führen. Laut einer ÖAMTC-Erhebung werden auf Österreichs Autobahnen am häufigsten Holz-und Eisenteile verloren, knapp gefolgt von Schotter, Reifen und Fahrrädern. Ganze Wohnungseinrichtungen ließen sich mit den verlorenen Gegenständen zusammenstellen. Von Polstermöbeln, Teppichen, Matratzen und Fliesen bis hin zu Waschmaschinen gab es heuer auf der Autobahnen schon alles. Aber auch Autoteile und -zubehör werden eingesammelt. Hier beginnt die Liste bei Auspuffteilen und endet selbst bei Reifen, Schneeketten oder Kindersitzen nicht.

Die ÖAMTC-Informationszentrale hat die Verkehrsteilnehmer alleine im heurigen Jahr über 100 Mal vor der Gefahr durch Ladegut auf den Fahrbahnen von Transitstrecken gewarnt. Aus den Verkehrsinformationen des Innenministeriums (BMI) hat der Club auch die gefährlichsten Autobahnabschnitte herausgefiltert: Außergewöhnlich oft wird Ladegut auf der Südautobahn (A 2) in der Steiermark zwischen Graz und Laßnitzhöhe verloren. Aber auch die Westautobahn (A 1) zwischen Salzburg und Thalgau sowie die Tauernautobahn (A 10) im Raum Spittal an der Drau sind besonders häufig betroffen. In Vorarlberg muss im Durchschnitt jeden zweiten Tag einer der großen Tunnels (Citytunnel, Pfändertunnel, Ambergtunnel) wegen Ladeguts, das verloren worden ist, kurzfristig gesperrt werden.

"Leider ist in den österreichischen Statistiken Ladegut als Unfallursache nicht ausgewiesen", kritisiert ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. "Die Zahlen aus Deutschland legen aber nahe, dass auch in Österreich zahlreiche Unfälle durch Gegenstände, die unvermutet auf der Fahrbahn liegen, verursacht werden." Im Jahr 2003 starben alleine in Deutschland 19 Menschen bei Unfällen, bei denen verlorenes Ladegut Unfallursache war, über 200 Personen wurden schwer verletzt.

"Mülldeponie" Autobahn kommt teuer

Mitunter werden aber viele Dinge auf den Autobahnen nicht verloren, häufig trennen sich Autofahrer absichtlich von diversen Gegenständen. Dann nämlich, wenn es sich um Sperrmüll oder sogar um Diebesgut handelt.

"Schon einige Male haben meine Kollegen und ich aufgebrochene Tresore gefunden, die auf der Flucht weggeworfen worden sind", sagt Reinhard Haslinger von der Autobahnmeisterei Pressbaum in Niederösterreich. Dass fast alles entsorgt wird, bestätigt auch sein Kollege Peter Sommerauer aus Salzburg. In den seltensten Fällen kann allerdings der Besitzer der weggeworfenen Gegenstände ermittelt werden. Ganze Wohnzimmer-Einrichtungen haben Sommerauer und seine Kollegen im heurigen Jahr entsorgt. Auch eine komplette Lkw-Ladung Altreifen ist einzeln im Grünstreifen neben der Südautobahn in der Steiermark abgeladen worden.

Doppelt so hoch wie der Gemeinde-Müllberg von Lebring in der Steiermark, nämlich 300 Tonnen verteilt auf 116.000 Quadratmetern Parkfläche, ist jene Müllmenge, die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Lebring jährlich entsorgen. Alleine rund 50 Tonnen davon sind Sondermüll, wie etwa Computer oder Kühlgeräte.

Nicht immer entladen die Verkehrsteilnehmer den Mist auf Rastplätzen. Etliche täuschen eine Panne vor, um Überflüssiges loszuwerden. Über 220 Tonnen an Müll sammelten daher auch die Autobahnmeistereien Salzburg und Golling im vergangenen Jahr ein. Alleine diese Menge verschlingt jährlich rund 35.000 Euro an Entsorgungskosten. Oft wird aber die Müllentsorgung schon von Fremdfirmen erledigt.

Eines ist allerdings positiv: Sah man zu Beginn der Grenzöffnung zum Osten oftmals Fahrzeugwracks auf Autobahnen oder Rastplätzen abgestellt, kommt das heute nur mehr selten vor.

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ÖAMTC-Pressestelle/Chrstian Dachs, Roland Weber

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