OMV Halbjahresergebnis bestätigt Wachstumskurs

- EBIT um 44% auf EUR 464 Mio erhöht - Periodenüberschuss um 62% auf EUR 315 Mio gestiegen - Jahresergebnis 2003 sollte übertroffen werden

Wien (OTS) - Die OMV, der führende Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas, befindet sich auch mit dem ersten Halbjahresergebnis 2004 auf Wachstumskurs. Der Betriebserfolg (EBIT) stieg von Jänner bis Juni 2004 um 44% auf EUR 464 Mio gegenüber dem Vergleichszeitraum und im Vergleich der zweiten Quartale um 79% auf EUR 316 Mio. Zugleich erhöhte sich der Periodenüberschuss im ersten Halbjahr um 62% auf EUR 315 Mio. Zu diesem Erfolg haben das Wachstum in den Bereichen Exploration und Produktion, Raffinerien und Marketing sowie das Gasgeschäft, aber auch Erlöse aus dem Verkauf von E&P-Beteiligungen beigetragen. OMV Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer: "Das erste Halbjahr 2004 war sehr erfolgreich. Wir hatten angekündigt, dass wir das Ergebnis des letzten Jahres halten wollen und wir befinden uns auf gutem Weg dorthin. Und immerhin hat uns das Jahr 2003 bereits das beste je erzielte Ergebnis gebracht".

Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr 2004 um 28% auf EUR 4,46 Mrd. Zum Ende des Halbjahres hat die OMV 6.154 MitarbeiterInnen beschäftigt. Das sind um 17 mehr als zum Jahresende 2003. Der Cash Flow aus der Betriebstätigkeit liegt mit EUR 491 Mio, teilweise bedingt durch Forderungsaufbau, unter dem Vorjahresniveau (1-6/03 EUR 512 Mio). Die Gearing Ratio sank von 40% am Jahresende 2003 auf 29%.

Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie (R&M): Deutlich verbesserte Ergebnisse durch Wachstumskurs

Der Umsatz im Geschäftsbereich R&M stieg im ersten Halbjahr 2004 -hauptsächlich als Folge höherer Verkaufsmengen durch den Erwerb von Tankstellen, Raffinieriekapazitäten und Marketing-Aktivitäten - um 43% auf EUR 3,67 Mrd. Das EBIT stieg um 15% auf EUR 153,82 Mio. Zu diesem Ergebnis haben vor allem höhere Absatzmengen und deutlich verbesserte Raffineriemargen beigetragen; die Referenzmarge in Rotterdam lag im abgelaufenen Halbjahr im Durchschnitt bei 3,57 USD/bbl (1-6/03: 3,14 USD/bbl).

Die Petrochemie konnte eine Steigerung der Absatzmengen erzielen, jedoch sank der Beitrag zum EBIT auf EUR 39 Mio bedingt durch niedrige Margen.

Die OMV Raffinerieverkaufsmengen stiegen von 5,71 Mio t auf 8,21 Mio t. Der Raffinerieeinsatz stieg auf 8,48 Mio t, darin sind 2,58 Mio t aus der Beteiligung an BAYERNOIL enthalten. Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien betrug 89%.

Die Marketing-Aktivitäten der OMV erhielten durch die Akquisitionen im Vorjahr beträchtliche zusätzliche Impulse sowohl im Tankstellen- als auch im Kundengeschäft. Im ersten Halbjahr 2004 stieg der Absatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 34% von 3,98 Mio t auf 5,38 Mio t.

Die OMV vergrößerte ihr Tankstellennetz auf 1.784 Stationen (30.6.03: 1.377), davon befinden sich 620 in Österreich und 1.164 im Ausland. Der Anteil der Stationen außerhalb Österrreichs liegt damit bei 65%. Ihren Marktanteil im Donauraum erhöhte die OMV von 11% auf rund 14%.

Am 30. Juni erwarb die OMV die zweite Hälfte der Anteile an der OMV Istrabenz Holding, die mit dem Closing, voraussichlichen noch 2004, zu einer 100%-Tochter der OMV wird.

Exploration und Produktion (E&P): Starker Beitrag zum EBIT

Der Umsatz im Geschäftsbereich E&P stieg im Halbjahresvergleich um 12% auf EUR 475,89 Mio - hauptsächlich als Folge höherer Fördermengen. Der erzielte durchschnittliche Rohölpreis von 30,76 USD/bbl (1-6/03: 26,67 USD/bbl) wurde durch den Rückgang bei den Erlösen aus dem Verkauf von Gas und einem Wertzuwachs des Euro gegenüber dem US-Dollar um 11% mehr als kompensiert.
Das EBIT stieg um 69% auf EUR 277,32 Mio. Schlagend wurde dabei unter anderem der Abschluss des Verkaufs der Explorationslizenzen im Sudan.

Die Produktionskosten stiegen im Halbjahresvergleich von 5,32 auf zuletzt 5,63 USD/boe (Barrel Öl-Äquivalent). Zwar wurde der Produktionszuwachs vornehmlich in Feldern mit relativ niedrigen Produktionskosten erzielt, doch der starke Euro und Wechselkursschwankungen zwischen USD und dem britischen Pfund wirkten sich nachteilig aus. Bei einer Verrechnung in Euro wären die Kosten für die Produktion um 5% gesunken.

Die Explorationsausgaben stiegen um 32% auf EUR 45,55 Mio vor allem aufgrund gestiegener Explorationsaktivitäten in Pakistan, Libyen und Iran.

Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg im ersten Halbjahr 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11% auf 23,6 Mio boe. Das entspricht einer Tagesproduktion von durchschnittlich 129.000 boe im ersten Halbjahr (1-6/03: 117.000 boe/d). Während die Öl- und NGL- Produktion ein Plus von 3% erzielte, erhöhte sich die Gasförderung - vor allem durch die zusätzliche Produktion im neuen Sawan-Gasfeld in Pakistan - um 28% auf 1,47 Mrd m3.

Entsprechend der Konzentration auf die E&P-Kernregionen stand das zweite Quartal auch im Zeichen einer Bereinigung des Portfolios: Nach dem Verkauf der Konzessionen im Sudan wurde ein Übereinkommen zum Verkauf des 90%-Anteils der OMV am Cabimas Ölfeld in Venezuela an die Petroleum Technical Services Corporation (PTS) unterzeichnet. Am 12.7. wurde diese Transaktion nach Erhalt aller Genehmigungen auch formal abgeschlossen. Diese Beteiligung hatte die OMV im Zuge der Akquisition der Anteile von Preussag Energie übernommen.

Im Mai schloss die OMV New Zealand eine Verkaufsvereinbarung über Gas aus dem Pohokura Feld ab. Die Produktion wird dort voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2006 beginnen.

Erdgas: Zuwachs bei Gastransporten

Der Transfer der Handelsaktivitäten an die EconGas, an der die OMV mit 50% beteiligt ist, bewirkte einen Rückgang beim Erdgas-Umsatz um 18% auf EUR 403,14 Mio. Hingegen stieg das EBIT um 20% auf EUR 39,31 Mio. Dies ist hauptsächlich eine Folge des gestiegenen Verkaufs von Transportleistungen. Zudem wurden die Kosten für die Generalsanierung der WAG (West-Austria-Gasleitung) den OMV Partnern entsprechend in Rechnung gestellt.

Steigende Mengen wirkten sich positiv auf das Transportgeschäft von OMV Gas aus und kompensierten zum Teil Einbußen durch die Regulierung der Pipeline-Infrastruktur für inländische Gastransporte. Die gesamte verkaufte Transportkapazität stieg - hauptsächlich als Folge des Ausbaues der TAG (Trans-Austria- Gasleitung), aber auch gestiegener Mengen auf der PENTA West Pipeline nach Deutschland und der SOL Pipeline nach Slowenien - um 2% auf 1.490 Mio m3/h*km.

Anfang Mai haben die OMV Gas und die russische Gazexport ihre Gaslieferverträge erneuert und erweitert. Damit wird das Volumen der jährlich an die OMV gelieferte Gasmenge von 5,5 auf 6,5 Mrd m3 erhöht und zunächst bis zum Jahr 2012 gesichert.

Auf eine Kooperation beim Gasexport haben sich die OMV, EconGas und NIGEC (National Iranian Gas Export Company) verständigt. Die NIGEC hat Interesse sich am Nabucco-Pipeline Projekt zu beteiligen, das gegenwärtig entwickelt wird. Nabucco soll Erdgas aus dem Nahen Osten bzw. aus der Region um das Kaspische Meer nach Österreich bringen und Mitteleuropa direkt mit den Erdgasvorräten verbinden.

Chemie: Ein Plus im Verkauf

Durch die Umwandlung der OMV in eine Management Holding wurde das Kunststoff-Geschäft von Polyfelt aus dem Chemie-Sektor in den Unternehmensbereich Raffinerien und Marketing übertragen. Dieser Transfer und der niedrige Preis für Melamin bewirkten im ersten Halbjahr 2004 einen Umsatzrückgang um 24% von EUR 234 Mio auf EUR 177,37 Mio.

Das EBIT sank um 32% auf EUR 8,91 Mio infolge gesunkener Melaminmargen. Zudem mussten Produktionsanlagen wegen Wartungsarbeiten vorübergehend herunter gefahren werden. Gleichzeitig ist der Absatz des Düngemittel-Geschäfts im zweiten Quartal 2004 gegenüber dem Vergleichszeitraum um 31% gewachsen.

Bei Melamin wurde trotz der Wartungsarbeiten und einem außerplanmäßigen Stillstand im Werk in Castellanza (Italien) durch Schwierigkeiten eines Zulieferers von Rohmaterial ein Zuwachs der Verkaufsmengen um 8% erzielt. Neben dem Druck auf Preise und Margen schlagen sich auch verstärkte Aufwendungen für Marketing-Aktivitäten im Zusammenhang mit der bevor stehenden Betriebsaufnahme im neuen Melaminwerk Piesteritz (Deutschland) im Ergebnis nieder.

Im Düngemittel-Geschäft wurde das schwache erste Quartal - eine Folge des schlechten Wetters - im zweiten Quartal vor allem durch die verstärkte Nachfrage nach Kalzium-Ammonium-Nitrat kompensiert. Zudem konnten bessere Preise erzielt und die Margen im Zusammenhang mit dem niedrigeren Gaspreis erhöht werden. Durch diese Entwicklung hat sich auch der Beitrag der Dünger-Sparte zum EBIT erhöht.

Ausblick 2004 - Auf dem Weg zu weiterem profitablen Wachstum

"Die Akquisition des 51%-Anteils an der rumänischen Petrom ist ein wichtiger Schritt, um unsere strategischen Ziele für 2008 im Bereich Raffinerien und Marketing zu erreichen und in Exploration und Produktion zu übertreffen", so Ruttenstorfer in einer Vorschau auf die künftige Entwicklung der OMV. Die Integration der Petrom werde eine zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre sein. Auf das Ergebnis des laufenden Jahres sind von dieser Übernahme nur geringe Auswirkungen zu erwarten, weil sie voraussichtlich erst kurz vor Jahresende 2004 abgeschlossen sein wird.

Die makro-ökonomischen Einflüsse auf die Geschäftsentwicklung -vor allem Rohöl- und Gaspreise, Raffineriemargen und Wechselkurse -werden weiterhin Schwankungen unterliegen. Die Rohölpreise werden voraussichtlich heuer über dem Niveau des Vorjahres liegen, aber wegen des starken Euro kaum positiven Auswirkungen auf die Erträge haben.

Im Bereich Raffinerien und Marketing wird die OMV weiter am Ausbau ihres Marktanteils in Mitteleuropa arbeiten. Die Marketingmargen in jenen Ländern, in denen die OMV aktiv ist, werden jedoch unter Druck bleiben und Einfluss auf das Jahresergebnis nehmen. Im Raffineriegeschäft ist in der zweiten Jahreshälfte mit sinkenden Margen zu rechnen.

Im Geschäftsfeld Exploration und Produktion wird sich die OMV weiter auf ihre fünf Kernregionen konzentrieren. Das Wachstum durch die Akquisition des internationalen E&P-Geschäftes von Preussag Energie wird sich positiv auswirken. Trotz des Verkaufs des Cabimas Ölfeldes in Venezuela ist heuer mit einer durchschnittlichen Tagesproduktion über jener des Vorjahres zu rechnen.

Das Gasgeschäft der OMV wird sich stabilisieren. Im Chemie-Bereich ist bei Melamin mit attraktiveren Margen zu rechnen.

"Unter Berücksichtigung aller erwarteten Trends deutet das Ergebnis der ersten sechs Monate auf ein sehr gutes Jahresergebnis hin - auch wenn das zweite Halbjahr wahrscheinlich weniger gut als das erste verlaufen wird", so Ruttenstorfer.

OMV in Zahlen

in EUR Mio Quartalsvergleich Halbjahresvergleich 2. Q 2.Q Veränd. 1. HJ 1. HJ Veränd. 2004 2003 in % 2004 2003 in % EBIT 316 177 +79 464 322 +44 EBIT vor Sondereffekten 237 184 +29 378 341 +11 EGT 320 163 +96 473 301 +57 Periodenüberschuss 210 101 +108 315 195 +62 Umsatz 1) 2.263 1.683 +34 4.462 3.475 +28 Cash flow 274 377 -27 491 512 -4 MitarbeiterInnen 6.154 6.198 -1 6.154 6.198 -1

1) Umsatz ohne Mineralölsteuer

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