Hinterleitner: "Wünsche der Kunden zu erfüllen ist dem Gastgewerbe stets aufs Neue Auftrag"

Umfrage des WKÖ-Fachverbandes Gastronomie: Große Mehrheit gegen gesetzlich verordnetes Rauchverbot - Stimmung in der Branche "vorsichtig optimistisch"

Wien (PWK538) - "Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass sich alle Gäste in unseren Betrieben wohl fühlen", so Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Donnerstag, vor Journalisten. Um die Erwartungen der Besucher österreichischer Gastgewerbebetriebe noch besser erfüllen zu können - Stichwort: "Was wollen die Gäste?" -, hat der Fachverband eine Befragung in Auftrag gegeben. Befragt wurden Personen, die entsprechende Betriebe regelmäßig besuchen (Sample: 700). Mit der Durchführung wurde Marketagent.com beauftragt.

Im Schnitt weniger als ein Drittel der Gäste (32,3 Prozent) empfindet "verrauchte Luft" als störend. Die Erhebung ergab, dass Handlungsbedarf diesbezüglich primär in der Speisengastronomie besteht (82,8 Prozent), während Nichtraucherschutz in der Unterhaltungsgastronomie derzeit kaum ein Thema ist. Bei Cocktailbars, Pubs, Diskotheken und Szenelokalen liegt der Prozentsatz derer, die sich durch Tabakrauch gestört fühlen, jeweils erheblich unter 25 Prozent.

"Die Nachfrage nach Nichtraucher-Bereichen wird in der Gastronomie immer stärker", weiß Obmann Hinterleitner. Das Gastgewerbe sei sich seiner Verantwortung gegenüber den Gästen, insbesondere gegenüber Familien mit Kindern etc., bewusst und reagiere auf diesen Trend durch die vermehrte Schaffung von Nichtraucher-Einrichtungen. "Gesetzliche
Zwangsmaßnahmen, generelle Rauchverbote wie in Irland, Norwegen oder Schweden, sind aber nicht der geeignete Weg. Der Gast wird bevormundet, die Gemütlichkeit leidet", hält er fest. In Österreich sind im Bevölkerungsschnitt 34 Prozent Raucher, unter den Gästen und Mitarbeitern von Gastronomiebetrieben schätzt der Fachverband Gastronomie den Anteil derzeit auf knapp unter 50 Prozent.

Gefragt, welche Lösungsansätze für die Raucherproblematik den Gästen am geeignetsten erscheinen, sprachen sich nur 5,3 Prozent für ein totales Rauchverbot aus. Und selbst unter Nichtrauchern liegt der Prozentsatz jener, die ein totales Rauchverbot als geeigneten Lösungsansatz ansehen, unter 10 Prozent. Nichtraucher favorisieren demnach vor allem die Schaffung eigener Bereiche (33,5 Prozent Nichtraucherräume bzw. 15,6 Prozent Nichtraucherzonen), während bei den Rauchern in erster Linie der Wunsch nach "guter Lüftung" besteht (45 Prozent).

"Diesen Wünschen will das Gastgewerbe verstärkt Rechnung tragen. Der Fachverband hat daher mit dem Gesundheitsministerium eine Vereinbarung über eine freiwillige Selbstverpflichtung der Branche getroffen. Demnach sollen in drei Stufen bis Ende des Jahres 2006 in 90 Prozent aller Speiselokale Nichtraucherbereiche in Form von Nichtraucherzonen bzw. - wenn es die räumliche Situation zulässt -auch getrennte Nichtraucherräume geschaffen werden. Der Nichtraucherbereich soll jeweils 40 Prozent der Lokalfläche ausmachen. Ausgenommen von der Verpflichtung sein sollen kleine Betriebe mit einem Speisenbereich von weniger als 75 Quadratmeter.

"Bestmögliche Information für Konsumenten ja - Speisekarten in Telefonbuchformat nein", so kommentiert Hinterleitner Vorstöße zur Einführung von Kennzeichnungpflichten auf Speisekarten. Im Raum stehen Verpflichtungen zur Angabe von Nährwerten, zur Angabe der Herkunftsbezeichnungen bei Tieren, zur Auflistung gentechnisch veränderter Inhaltsstoffe bzw. all jener Zutaten, die möglicherweise Allergien hervorrufen können. "Solche Vorschriften würden vor allem immense haftungsrechtliche Folgen für die Gastwirte sowie eine unerträgliche bürokratische Mehrbelastung für kleine und mittlere Gastronomiebetriebe mit ihrem täglich wechselnden Produktsortiment und ihrer großen Produktvielfalt mit sich bringen", spricht sich Hinterleitner gegen neue Verpflichtungen für Gastronomen aus. Ein Blick in die Statistik auf die nackten Zahlen fördere ebenfalls Erhellendes zu Tage: Laut Ernährungsbericht lesen nämlich nur 12 Prozent der Konsumenten diese Angaben.

Die vom Fachverband im Sommer durchgeführte repräsentative Trendumfrage zur Stimmung in der heimischen Gastronomie (2641 Rückmeldungen) zeige, so Hinterleitner, "zwar kein euphorisches Ergebnis, von einer Katerstimmung kann aber trotz des doch nicht gerade sommerlichen Julis dennoch keine Rede sein." Ein österreichweit einheitlicher Trend sei nicht zuletzt wegen der Größe und Vielschichtigkeit der Branche nicht zu erkennen. Zwar waren etwa Eissalons, Ausflugsgasthäuser oder Heurige von den Wetterkapriolen stärker betroffen gewesen. Vor allem deutsche Gästen hielten sich auch bei den sogenannten "Nebenausgaben" zurück. Die Konsumation erfolge bewusster, zum Teil auch preisbewusster. In einzelne Bereichen der Gastronomie gibt aber auch Gewinner, nämlich insbesondere in den Städten oder in der Thermenregion. "Für die Geschäftserwartung im laufenden Jahr ist die Stimmung in der Branche insgesamt gesehen nämlich durchaus vorsichtig optimistisch", hielt

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