Österreichische EU-Plattform entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen: Entwicklungshilfe-Ressort wäre Glücksfall für Österreich

Wien (OTS) - Mit Verwunderung verfolgt die österreichische EU-Plattform entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen die laufende Diskussion zum Stellenwert des Entwicklungshilfe-Ressorts in der EU-Kommission. Im Gegensatz zu Aussagen vieler politischer Entscheidungsträger quer durch die Parteien ist die EU-Plattform der Auffassung, dass das Entwicklungshilfe-Ressort sehr wohl von hoher Wichtigkeit ist.

Die Europäische Union ist die größte internationale Geldgeberin im Bereich der Entwicklungshilfe und wichtigster Handelspartner von Entwicklungsländern. Allein diese Tatsache unterstreicht, dass für die Rolle der Europäischen Union in der Internationalen Politik der Bereich Entwicklungshilfe keinesfalls vernachlässigbar ist. "Im Falle der Verantwortung für das Entwicklungshilfe-Ressort hätte Österreich auch die große Chance, sich in der Internationalen Politik zu profilieren", meint Johannes Trimmel, Vorsitzender der österreichischen EU-Plattform entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen. "Nachdem Österreich in keine koloniale Vergangenheit verstrickt ist, wäre eine österreichische Entwicklungshilfe-Kommissarin eine glaubwürdige Partnerin für Entwicklungsländer und prädestiniert für Vermittlungstätigkeiten in Konfliktsituationen."

Die Tatsache, dass weltweit mehr als eine Milliarde Menschen von weniger als 1 Euro pro Tag lebt, 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, und 800 Millionen Menschen hungern, machen Entwicklungshilfe nicht nur zu einer moralischen Verpflichtung, sondern auch zu einer Notwendigkeit für eine langfristige Friedenssicherung. Eine engagierte Entwicklungspolitik ist logischer und unabdingbarer Teil des 'Friedensprojekts Europäische Union'.

"Das Entwicklungshilfe-Ressort bietet viele Chancen und Möglichkeiten.", so Johannes Trimmel. "Eine engagierte Leitung des Ressorts kann der Entwicklungspolitik den Stellenwert geben, der ihr eigentlich zukommt. Entwicklungspolitik ist der Schlüssel für eine friedliche und gerechte Welt. Diesen Schlüssel in der Hand zu halten, wäre ein Glücksfall!"

Nicht zuletzt würde eine österreichische Entwicklungshilfe-Kommissarin wohl auch bedeuten, dass Österreich selbst entscheidende Schritte von dem derzeit beschämenden Niveau der österreichischen Entwicklungshilfe (0,20 %) in Richtung des schon 1970 beschlossenen 0,7 % - Ziels (0,7 % des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe) setzt.

Die Österreichische EU-Plattform ist ein gemeinnütziger Verein, der über 40 österreichische NGOs vereinigt, die in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und entwicklungspolitischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit tätig sind. Die Österreichische EU-Plattform arbeitet für ein weltoffenes Europa, in dem die EU eine positive und aktive Rolle spielt, um gerechte politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen allen Menschen der Welt zu schaffen.

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