"Neues Volksblatt" Kommentar: "Diskutieren" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 12. August 2004

Linz (OTS) - =

Die Diskussion, als Austausch von Argumenten mit dem
höheren Ziel, einer Einigung auf Basis der stärkeren Argumentation, weicht in politischen Prozessen in der Regel einer reichlich plumpen Schlagwort-Semantik. Wer nicht zeitgemäße, aber "wohl erworbene" Rechte abschaffen will, wird da praktisch automatisch zum "Sozialabbauer", wer auf nicht mehr Finanzierbares beharrt und damit Grundrechte jüngerer und künftiger Generationen gefährdet, dagegen nicht. Es stimmt schon: Sachlichkeit war nie die bestimmende Kategorie politischer Auseinandersetzung. Der von ohnedies niedrigem Niveau ausgehende laufende Abbauprozess kann aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Diskussion und Sachlichkeit verlangen freilich auch, sich als heikel empfundenen Fragen einfach einmal zu stellen. Es mag schon sein, dass der steirische VP-Vorstoß, gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich gleichzustellen, bei manchen erst einmal Irritationen auslöst. Sachlich lässt sich aber nur schwer argumentieren, warum etwa ein Mann, der sich für ein Leben mit einem Mann entscheidet, miet- oder erbrechtlich schlechter gestellt sein soll.

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