Eisenbahner: Ausscheiden Laudas aus ÖBB-Aufsichtsrat "höchst bedauerlich"

GdE-Vorsitzender Haberzettl: "Bevormundung durch Politik hat ehrlich bemühten Aufsichtsrat mit sachlichem Zugang zu Problemen der Bahn vertrieben"

Wien (GdE/ÖGB). (OTS) - Als "höchst bedauerlich" kommentierte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, den heute angekündigten Rückzug Niki Laudas aus dem Aufsichtsrat der ÖBB. Lauda sei ein Aufsichtsrat gewesen, "der einen sachlichen und objektiven Zugang zu den Problemen der ÖBB hat", sagte Haberzettl am Mittwoch in Wien. "Es war unübersehbar, dass Niki Lauda ernsthaft bemüht war, konstruktive Lösungen im Sinne des Unternehmens zu finden. Offensichtlich ist Lauda aber die Unterjochung durch die Politik zu viel geworden. Es ist verständlich, dass ein Fachmann ständige Bevormundung nicht erdulden kann und will", betonte der GdE-Vorsitzende.++++

Der politische Einfluss bei den ÖBB habe mittlerweile ein unerträgliches Ausmaß erreicht: "Beginnend bei der Zerschlagung der Bahn bis hin zur Zwangspensionierung von Personaldirektor Moldaschl ist man heute bei den ÖBB bei einem noch nie da gewesenen politischen Ränkespiel auf dem Rücken der EisenbahnerInnen und der BahnkundInnen angelangt", kritisierte Haberzettl.

Aktuelles Beispiel hierfür sei die Tariferhöhung zulasten der PendlerInnen in Folge der ÖBB-Reform. "Mit weiteren negativen Maßnahmen bis hin zur Rücknahme von Angeboten ist in den nächsten Monaten zu rechnen", befürchtet Haberzettl. Zudem klaffe noch immer ein riesiges Finanzierungsloch beim Ausbau der Infrastruktur, das zudem rund 8.000 Arbeitsplätze bei der Bahn gefährde. "Es ist unübersehbar, dass die Regierung mit ihrer gescheiterten Verkehrspolitik die ÖBB geradewegs an die Wand fahren wird", bekräftigte der GdE-Vorsitzende abschließend. (Schluss).

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ÖGB, 11. August 2004 Nr. 545

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