Lehrerbildung als Zukunftschance

Gehrer setzt Initiative zur Steigerung der Professionalität im Lehrberuf

Wien (OTS) Die Steigerung der Professionalität im Lehrberuf gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines verantwortungsbewussten Bildungssystems. Denn der Weg zu gutem Unterricht, so Ministerin Elisabeth Gehrer, führt über eine verbesserte Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung. Daher wird in Österreich ein nachhaltiges Unterstützungssystem für Lehrkräfte und Schulen aufgebaut. Begonnen wird im Bereich der Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik. Die Erfolgsformel lautet IMST³. Dahinter steckt die Ausweitung der erfolgreichen und international anerkannten österreichischen Initiative IMST², eine Abkürzung für Innovations in Mathematics, Science and Technology Teaching. IMST³ sieht eine Zusammenarbeit aller Lehrerbildungsinstitutionen, der Schulbehörde und der Praxis vor. Die verschiedenen Maßnahmen werden vom Institut für Unterrichts-und Schulentwicklung der Universität Klagenfurt koordiniert.

Die von Bundesministerin Elisabeth Gehrer eingerichtete Zukunftskommission hat auf die Bedeutung von Maßnahmen im Bereich der Professionalität im Lehrberuf hingewiesen. Dieser Vorschlag deckt sich mit den bereits eingeleiteten Bemühungen des Bildungsministeriums, ein nachhaltiges Unterstützungssystem für Lehrkräfte und Schulen zu etablieren. Dabei kann auf dem erfolgreichen Projekt IMST² aufgebaut werden. Dieser Initiative ist es gelungen, vielfältige Innovationen an österreichischen Oberstufenschulen im Bereich der Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI) in Gang zu setzen und internationale Beachtung zu erlangen. Die Erfahrungen sollen nun im Rahmen von IMST³ systematisch genutzt und auf den Mittelstufenbereich ausgeweitet werden.

Zu den zentralen Maßnahmen von IMST³ gehört unter anderem der MNI-Fonds, der eine direkte Förderung von Innovationen im Bereich der Unterrichts- und Schulentwicklung vorsieht. Es wurden bereits über 200 Projekte eingereicht, an welchen ein Vielfaches an Lehrkräften und Schüler/innen beteiligt sein wird. Die Lehrer/innen erhalten in Seminaren und individueller Beratung professionelle Hilfe.

In regionalen Netzwerken arbeiten Lehrkräfte, Schulen, Lehrer/innenbildungsinstitutionen und Schulbehörde zusammen um Innovationen im Unterricht auf Bundeslandebene zu verbreiten und Schwerpunktbildungen an Schulen zu unterstützen. In der Steiermark und in Wien wurden bereits solche regionalen Netzwerke erfolgreich etabliert. Für Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol laufen konkrete Planungen. Es ist erfreulich, wie es hier gelingt, regionale und nationale Zusammenarbeit zu bündeln, hebt Universitätsprofessor Konrad Krainer, Leiter der IMST-Idee, hervor.
Um Initiativen an den Schulen angemessen unterstützen zu können, bedarf es einer modernen Lehrer/innenausbildung. Diese soll wissenschaftsgeleitet und praxisbezogen sein. Dazu ist vor allem eine Stärkung der Fachdidaktiken nötig. In Österreich gibt es derzeit etwa noch keine etablierte Didaktik der Physik, also die Wissenschaft vom Lehren und Lernen von Physik. Die Didaktik der Physik liefert zum Beispiel Kenntnisse darüber, welche Vorstellungen Kinder von Begriffen wie "Strom" oder "Kraft" besitzen. Darauf aufbauend kann ein praxisnaher Unterricht gestaltet werden. Im Rahmen von IMST³ ist geplant, dass nationale Kompetenzzentren für Fachdidaktik (Mathematik, Physik, Chemie, Informationstechnologie etc.) eingerichtet werden.

In gemeinsamer Anstrengung der Lehrer/innenbildungsinstitutionen und des Bildungsministeriums sollte es mittel- bis langfristig gelingen, in allen Lehramtsfächern Lehrpersonen mit wissenschaftlicher fachdidaktischer Lehrbefugnis einzusetzen. Damit weist Ministerin Gehrer der Lehrerbildung und Fachdidaktik eine hohe Priorität zu:
"Wie unsere Lehrer/innen ausgebildet werden, hat große Auswirkung auf den Unterricht. Hier müssen wir ansetzen."

Die Maßnahmen werden vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Universität Klagenfurt koordiniert. Professor Krainer erachtet dies als herausfordernde Aufgabe und sieht darin die Chance für eine gute Verknüpfung von Praxis, Wissenschaft und Bildungsbehörde. Die erfolgreich angelaufene Kooperation benötigt weiterhin das hohe Engagement aller Beteiligten. Nur mit gemeinsamem Nachdenken und Handeln kann gute Arbeit gelingen, hebt der Bildungsforscher hervor. Ministerin Gehrer erhofft sich von IMST³ einen ähnlich dynamischen Impuls wie ihn IMST² schon gebracht hat:
"Mit IMST³ starten wir die nächste Dimension der Bildungsplanung in Österreich".

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