Ö1-"Kunstradio"-Beitrag von Oswald Egger mit deutschem Förderpreis ausgezeichnet

Wien (OTS) - Seit 1999 gibt es im Rahmen der Ö1-Sendereihe "Kunstradio-Radiokunst" (sonntags 23.05 Uhr) das Projekt "Literatur als Radiokunst". Der Beitrag "tuning, stumm" vom Südtiroler Schriftsteller Oswald Egger wurde nun mit dem vom Südwestfunk Baden-Baden gestifteten Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet.****

Der 1955 vom Südwestfunk Baden-Baden gestiftete Karl-Sczuka-Preis ist benannt nach dem SWF-Hauskomponisten der ersten Nachkriegsjahre. Seit 1967 wird er jährlich vergeben, seit 1972 findet die Verleihung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage statt. Laut Satzung prämiert der Karl-Sczuka-Preis die "beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt". Für seinen Beitrag "tuning, stumm" wurde Oswald Egger mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts "Literatur als Radiokunst" gestaltete Egger ein knapp zwölfminütiges Tonexperiment, das am 18. Juli 2004 im "Kunstradio" gesendet wurde. Egger lässt "tuning, stumm" wispernde Silben wie Wellen über- und gegeneinander laufen. Klingen die Stimm-Momente hier zu Sinn-Momenten zusammen, laufen sie dort in musikalische Lautungen aus: Speziell für das Medium Radio gedacht und gemacht, erkundet "tuning, stumm" dessen Fähigkeit, dem Hörer nahe kommen und gehen zu können.

"Literatur als Radiokunst" ist ein Projekt der Ö1-Sendereihe "Kunstradio-Radiokunst" und bietet eine neue Präsentationsform von Literatur im Radio abseits der traditionellen Genres wie "Lesung" und "Hörspiel". Ziel des Projekts ist, den Autorinnen und Autoren einmal buchstäblich die "Produktionsmittel in die Hand zu geben". Die Gestaltung der Textpräsentation unterliegt nicht dem Konzept eines Regisseurs, sondern geschieht nach dem Willen der Autorinnen und Autoren. Betreut von einem Tonmeister des ORF kann und soll mit dem Klangmaterial experimentiert und "gespielt" werden: egal, ob konzeptuell nach einem strengen Plan oder ob spontan im "trial und error-Verfahren".

Neben der akuten audiophonen Gestaltung bietet Literatur als Radiokunst den Autorinnen und Autoren Gelegenheit zur Erweiterung ihres Projekts durch einen Web-Auftritt im Rahmen der Homepage des Kunstradio http://kunstradio.at : Text und graphische Gestaltungsmittel können hier - zusammen mit dem real audio-excerpt -zu einer Art Gesamtkunstwerk komponiert werden.

"Literatur als Radiokunst" wurde 1999 von der Wiener Schriftstellerin Liesl Ujvary entwickelt. Mit 2001 übernahm die Germanistin Christiane Zintzen als Kuratorin die Betreuung der Reihe. Bislang wurden Produktionen mit Petra Coronato, Elfriede Czurda, Brigitta Falkner, Elfriede Jelinek, Christian Loidl, Kathrin Röggla, Lisa Spalt, Gisela Steinlechner, Liesl Ujvary, Herbert J. Wimmer, Hansjörg Zauner und Christiane Zintzen realisiert. Mehr zum Programm von Österreich 1 finden Sie im Internet unter http://oe1.ORF.at .(hb)

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