KFV FORDERT RASCHE AUSRÜSTUNG DER REISEBUSSE MIT SICHERHEITSGURTEN

Busunglück trübt positive Unfallbilanz - vergangenes Jahr kein getöteter Businsasse!

Wien (OTS) - Menschliches Versagen war die Ursache beim tragischen Busunglück mit einem oberösterreichischen Reisebus in Salzburg, wo laut bisherigen Berichten fünf Menschen ihr Leben lassen mussten. 41 Personen wurden zum Teil schwerst verletzt, davon schweben noch weitere fünf bis sechs in akuter Lebensgefahr. Die Unfallursache war nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen gefährliches Überholen durch einen Kleinbus. Der Lenker des Reisebusses versuchte ein Ausweichmanöver, dabei kam sein Fahrzeug von der Fahrbahn ab, stürzte über eine Böschung und überschlug sich dabei mehrmals. Die Insassen wurden teils aus dem Bus geschleudert und von diesem erdrückt. Dabei hat laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) das heurige Jahr gut angefangen - bis zu diesem Unglück gab es noch keinen Getöteten in einem Autobus - und im Jahr 2003 wurde erstmals keine Person in einem Autobus getötet, bei 737 Unfällen wurden allerdings 589 Personen in einem Autobus verletzt. Die Jahre davor, 2002 und 2001 wurden fünf bzw. 14 Menschen in einem Bus getötet.

Sicherheitsgurte in Autobusse!

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gelten zwar Autobusse EU-weit als die sichersten Verkehrsmittel auf der Straße, passiert jedoch ein Unfall, dann ist meist mit schwerwiegenden Folgen zu rechnen. "Die meisten Busunfälle werden nicht durch technisches Gebrechen, sondern durch menschliche Fehler verursacht. In diesem Fall hätten allerdings Sicherheitsmerkmale wie die Ausstattung aller Sitzplätze mit Gurten die Schwere des Unglücks reduziert", ist KfV-Direktor Dr. Othmar Thann überzeugt. Für neu zugelassene Busse gilt spätestens seit 1999 die Ausstattungsverpflichtung mit Sicherheitsgurten für alle Sitzplätze. Ab Februar nächsten Jahres müssen neu zugelassene Omnibusse neue technische Anforderungen erfüllen, die das Eindrücken des Daches, wie es in Salzburg viele schwerste Verletzungen verursacht hat, verhindern sollen. Solche sicheren Busse gibt es schon lange auf dem Markt. Das KfV empfiehlt daher:

  • Wenn Sie ein Reise planen, bestellen Sie einen Bus, der mit Sicherheitsgurten ausgestattet ist!
  • Verlangen Sie einen Bus, der den neusten technischen Regeln für den Überschlagschutz entspricht, und schließlich
  • Wenn Sie mit dem Bus fahren, benutzen Sie stets den Gurt!

Punkteführerschein gegen riskante Überholmanöver

Das KfV verweist zudem auf die Notwendigkeit des Punkteführerscheins, der in diesem Fall das riskante Überholmanöver des Kleinbusses vielleicht gestoppt hätte. Waghalsiges oder gefährliches Überholen sowie die Gefährdung anderer gilt als typisches Punkteführerscheindelikt und kostet im schwerwiegenden Fall dem Lenker den Führerschein.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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