"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ikonenstreit" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 10. August 2004

Linz (OTS) - =

Wenn ein großer, älterer Mann der heimischen
Sozialdemokratie einem anderen großen, älteren Mann dieser Ideologie Putsch-Gedanken gegen den aktuellen Parteichef unterstellt, läßt sich das im Fall Androsch kontra Vranitzky natürlich auf die Ebene kräftiger persönlicher Animositäten herunterbrechen. Es allein damit bewenden zu lassen, greift aber zu kurz. Es ist - abseits von Vranitzky - die grundsätzliche Glaubwürdigkeit von Berichten über Alternativsuchen zu Alfred Gusenbauer, in der der Kern der politischen Botschaft liegt. Verklärte Blicke durchaus prononcierter SPÖ-Politiker, spricht man sie auf eine allfällige Alternative namens Gerhard Zeiler an, sind diesbezüglich überaus deutliche Zeichen. Diverse Solidaritätsadressen für Gusenbauer tragen mehr den Keim der Alternativlosigkeit denn politischer Glücksseligkeit in sich. Die SPÖ und ihr spröder, inhaltlich unkonturierter und mäßig öffentlichkeitswirksamer Chef sind nach wie vor nicht zusammengewachsen. Die Zahl jener in der SPÖ, die sich Gusenbauer dereinst als Ikone, deren Wort auch nach der Politik registriert wird, vorstellen können, dürfte sich jedenfalls in Grenzen halten.

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