Niederwieser gegen Rücknahme der Rechtschreibreform

"Nicht zurück, sondern jetzt Weichen stellen für eine wirklich leichte Rechtschreibung"

Wien (SK) "Es ist bekannt, dass mir eine wirklich mutige Erneuerung der alten Rechtschreibung von 1901 (in Richtung: Generelle Kleinschreibung mit Ausnahme der Eigennamen, Abschaffung des 'ß' etc.) lieber gewesen wäre. Aber eine Rückkehr zur alten Schreibung wäre schlichtweg dumm, nachdem 80 Prozent des Reformwegs zurückgelegt worden sind," betonte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser und erinnert daran, dass seit Beginn der Reform annähernd eine Million österreichische Schüler Deutsch in der neuen Schreibung gelernt haben. Dazu kämen sicher eine Million lernwillige Erwachsene, die sich die neue Schreibung in den letzten Jahren in eigenen Seminaren oder auch im Zusammenhang mit IT-Weiterbildungen angeeignet haben. ****

Die Neuerungen der Neuen Rechtschreibung haben überwiegend Erleichterungen gebracht. Das sei auch insofern ein wichtiger Schritt, weil die "richtige" Schreibung in der Vergangenheit auch immer der sozialen Auslese gedient habe. Und: "Sicher könnte man einige Bereiche noch heuer verbessern, ich denke da speziell an die Getrennt- und Zusammenschreibung oder an eine Abschaffung des 'ß'."

Aber dass die Reform jetzt "aufgrund der Arroganz lernunwilliger deutscher Chefredakteure und Verlagschefs", die während des publizitären Sommerlochs eine Rechtschreibungs-Debatte zur Verkaufssteigerung ihrer Zeitungen lostraten, gekippt wird, werde mit der SPÖ nicht möglich sein, betont Niederwieser. "Zudem wäre es eine finanzielle Katastrophe, jetzt alle Schul- und Wörterbücher wieder umzuschreiben. Man sollte jetzt lieber die Weichen setzen hin zu einer wirklich mutigen, leichteren Schreibung des Deutschen", so Niederwieser abschließend. (Schluss) up/mm

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