Olympia 2004: Austro-Unternehmen stehen als Sieger bereits fest

Olympische Spiele bescherten österreichischen Unternehmen Millionenaufträge - griechische Wirtschaft profitierte ebenfalls von Olympia 2004

Wien (PWK534) - Eines kann mit Sicherheit schon vorausgesagt
werden: Österreichs Olympiateam wird, bei allem Respekt vor den Leistungen der Athleten, bei den Spielen in Athen sicher nicht im Medaillenregen untergehen. Anders stellt sich die Situation bei österreichischen Unternehmen dar, die schon im Vorfeld von Olympia 2004 bei Aufträgen kräftig absahnten. "Die Bandbreite der Aufträge für Austro-Unternehmen im Rahmen der Vorbereitungen für die olympischen Sommerspiele in Griechenland reichte vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis zur Lieferung von Kommunikationssystemen", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ.

So bekam etwa Alpine-Mayreder-Bau den Zuschlag für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im antiken Olympia(Budget: 47 Mio Euro). Außerdem konnte Alpine Mayreder beim Ausbau der Athener U-Bahn (Budget: 216 Mio Euro) mitpartizipieren.
Zu den weiteren Gewinnern der Spiele zählt zum Beispiel die Firma Bären-Batterie, Österreich-Tochter der Fiamm-Gruppe. Sie bekam von der staatlichen griechischen Telekom (OTE) den Auftrag zur Lieferung aller für die olympischen Spiele benötigten Akkumulator-Batterien in einem Auftragswert von 500.000 Euro. Frequentis-Nachrichtentechnik lieferte das integrierte Kommunikationssystem IDCS für die Sicherheitszentrale des "Olympic Games Security Committees" und Rosenbauer-International exportierte 50 Feuerwehrfahrzeuge im Wert von 8 Mio Euro für Olympia-2004. Rosenbauer war bereits in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich in Griechenland tätig. Insgesamt wurden bisher 72 Lösch- und Hubrettungsfahrzeuge im Wert von über 20 Mio Euro exportiert. Dazu kamen Komponentenlieferungen an die lokalen griechischen Lkw-Hersteller ELBO und TEMAX im Wert von 4 Mio Euro. Ein weiteres Beispiel für einen österreichischen Olympiasieger aus dem Bereich der Wirtschaft ist die VA TECH T&D. Sie errichtete eine 170kV gasisolierte Schaltanlage im Rahmen eines Turnkey Projekts für das Olympische Dorf (Wert der Anlage ca. 7 Mio Euro).

Die erfolgreiche Performance österreichischer Unternehmen in Griechenland ist unter anderem ein Verdienst der AWO-Außenhandelsstelle Athen und des österreichischen Handelsdelegierten Jürgen Schreder, der auch im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die olympischen Spiele aktiv war. "Der Bogen unserer Aktivitäten spannte sich von der Betreuung des ÖOC im Rahmen von Delegationsreisen, über die Unterstützung des Österreichischen Olympischen Comité (ÖOC) bei der Vorbereitung der gesamten Logistik für die Mannschaft und Sponsoren, beim Betrieb der beiden Österreich-Häuser bis hin zur Unterstützung des ORF bei der gesamten Logistik für das Olympia Fernsehstudio", berichtet Schreder. Aufgrund seines Engagements für die österreichischen Olympioniken wurde Schreder sowohl vom ÖOC als auch vom Österreichischen Paralympisches Committee als Olympia-Attaché nominiert. In dieser Funktion begleitet er bei der Olympia-Eröffnung am 13. August das rot-weiß-rote Team.

"Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Griechenland laufen im Übrigen generell ausgezeichnet", sagt Schreder. Nach dem starken Wachstum von 27,3 Prozent im Jahr 2002 stiegen die Exporte im Jahr 2003 um 13,7% auf 524 Mio Euro. Die Importe wuchsen um 6,5% auf 137 Mio Euro. Schreder: "Und der positive Lauf geht weiter, wenn auch ein wenig gedämpft." In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres legten die Exporte gegenüber der Vorjahresperiode um 4,1% und die Importe um 2,7% zu.

Eine Analyse der Warenpositionen im Export zeigt, dass der Posten Straßenfahrzeuge den ersten Platz einnimmt, gefolgt von Nachrichtengeräten, Papier und Pappe, Bekleidung sowie diversen Arbeitsmaschinen. Die Gruppe Maschinenbauprodukte und Fahrzeuge macht bereits 46,5% der österreichischen Ausfuhren aus.

Die griechische Wirtschaft selbst ist 2003 stark gewachsen. Mit einem BIP-Plus von 4,2% lag Griechenland, wie auch schon in den vergangenen Jahren, weit über dem EU-Durchschnitt. Das kräftige Wachstum der griechischen Volkswirtschaft ist aber zu einem großen Teil auf staatliche Investitionen zurückzuführen. Schreder: "Die mit Mitteln des 3. EU-Förderungsrahmens finanzierten Großprojekte und das nationale Bauprogramm für die olympischen Sommerspiele 2004 in Athen haben das Gesicht des Landes, und im speziellen seiner Hauptstadt Athen, entscheidend verändert." Dem beeindruckenden Modernisierungsschub stehen jedoch unübersehbare strukturelle Schwachstellen der griechischen Wirtschaft gegenüber, die eine nachhaltige Entwicklung, vor allem nach Auslaufen des 3. EU-Förderrahmens im Jahr 2006, gefährden können.

Die Staatsschuld Griechenlands liegt weit über dem Maastricht-Kriterium von 60% des BIP: Das Budgetziel für 2003 wurde verfehlt und die Schuld beträgt nach Eurostat-Daten 103%. Das im Budgetentwurf 2003 angepeilte Budgetdefizit von 1,4% des BIP wurde überschritten und liegt nach Angaben von Eurostat bei 3,2 Prozent des BIP. Große Probleme bereitet dem griechischen Fiskus auch die Schattenwirtschaft, die etwa 28,3% des BIP ausmacht (OECD-Schnitt 16,7%). Die Inflation blieb mit 3,4% auf hohem Niveau (2002: 3,7%)

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