Hiroshima-Gedenkveranstaltungen in Wien: "Für eine Welt frei von Atomwaffen"

Wien (SK) Hiroshima und Nagasaki mahnen! Vor 59 Jahren, am 6. und 9. August 1945,wurden die ersten beiden Atombomben gegen Menschen eingesetzt. 300.000 Menschen starben unmittelbar danach, bis heute leiden ebenso viele an den Spätfolgen. Am Hiroshima-Tag, Freitag, 6. August, gibt es ab 17.00 Uhr wieder eine Aktion der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe. Ab 20.30 Uhr marschieren die FriedensaktivistInnen nach japanischem Vorbild wieder mit Laternen vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche. (Bei Schlechtwetter wird die Aktion auf Samstag, 7. August verschoben.) ****

Wie jedes Jahr sammelt die Hiroshima-Grußadressen von Prominenten und BasisaktivistInnen aus Österreich und der ganzen Welt. Diese Stellungnahmen für eine atomwaffenfreie Welt werden bei der Aktion am Wiener Stephansplatz und auf der Homepage www.hiroshima.at veröffentlicht. Am Freitag den 6. August 2004 wird ab 17.00 Uhr die Hiroshima-Aktion der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima-Gruppe Wien stattfinden. Es erfolgt ein Laternenmarsch vom Stephansplatz ab 20.30 Uhr zum Teich vor der Karlskirche (Informationen: Alois Reisenbichler, Tel.0664 39 51 809).

Zum Hiroshima-Gedenktag nahmen unter anderem SPÖ-Bundesvorsitzender Alfred Gusenbauer, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos Stellung:

"Die Abschaffung aller Nuklear- und Massenvernichtungswaffen ist oberstes Gebot. "Mehr als 200.000 Menschen mussten als Folge der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki bisher ihr Leben lassen, noch heute sterben Menschen an den Spätfolgen. Die Menschheit hat - so sind wir überzeugt - vor dem Hintergrund des unvorstellbaren Leids, das den Opfern der Atombomben angetan wurde, gegenüber den Opfern des 6. und des 9. August 1945 eine Schuldigkeit, auf Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen zur Gänze zu verzichten.

Auf der anderen Seite ist gerade dieser Gedenktag geeignet, auf die sozialen Ursachen vieler Kriege hinzuweisen. Die ungerechte Verteilung der Güter und Einkommen schafft den Nährboden für Gewalt zwischen Nationen, Ethnien und sozialen Gruppen. Nur ein Bruchteil der Kosten für das gigantische
Waffenlager dieser Welt würde ausreichen, um die Armut wirksam zu bekämpfen.

Neuerlich wollen wir zu diesem Anlass des Gedenkens der größten auf Kriegstechnologie basierenden Katastrophe auf die Fehlentscheidung des Ankaufs von Kampfflugzeugen - den Eurofightern - für das neutrale Österreich hinweisen. Die Beschaffung von sündteurem offensivem Kriegsmaterial kann -
neben allen Bedenken der Finanzierung und Tauglichkeit - nicht als friedenspolitisches Signal gesehen werden. Die Sozialdemokratie fordert die Stornierung der Beschaffungsverträge."

Gabi Burgstaller, Landeshauptfrau von Salzburg, betonte, dass es zur wirkungsvollen Entwicklung von Friedensstrategien notwendig sei, den Blick für alle Gefährdungen zu öffnen, die unser Leben und Wohlergehen bedrohen: Hunger und Armut, wirtschaftliche Ungleichheit und politische Ungerechtigkeit, konfliktverschärfende Gewaltökonomien, gewaltsame Vertreibungen, Epidemien, Ressourcenknappheit sowie die vielfältigen ökologischen Gefährdungen. Nötig sind hier gemeinsame Anstrengungen für eine gerechtere Welt und die Umsetzung nachhaltiger Friedensprozesse

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl sagte in seiner Grußbotschaft: "Die weltweite Bedrohung durch den Terrorismus und die zutiefst schmerzliche Tatsache, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Menschen auf dieser Erde noch immer kein Ende gefunden haben, weisen eine klare Richtung:
Es gibt keine Alternative zur völligen Abschaffung von Atomwaffen." Barbara Prammer, Zweite Präsidentin des Nationalrates, sagte: " Der alljährlich veranstaltete Tag des Gedenkens an die Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki ist einer von vielen wichtigen Momenten, in denen wir uns dieser Besinnung zumindest im Gedanken und emotional nähern. Seine Bedeutung ist weit reichend, seine Ideale müssen
gehört und verstanden werden"

Altkanzler Franz Vranitzky betonte: "Kriege haben in der Menschheitsgeschichte immer zu Unheil, Not und Tod geführt. Davon war kein einziger Krieg eine Ausnahme. In jedem Krieg waren es Menschen, die Entscheidungen trafen, die letztendlich in den Katastrophen endeten. Niemand kann garantieren, dass Mini-Nukes oder bunkerbrechende Waffen für alle Zeiten nicht eingesetzt werden. Die Aktivitäten der Wiener Friedensbewegung gemeinsam mit der Hiroshima-Gruppe sind daher allzeit von brennender Aktualität."

Weitere Grußadressen kommen u.a. von den Europaabgeordneten Hannes Swoboda, Herbert Bösch, Harald Ettl, und Karin Scheele; von den Wiener Stadträten Renate Brauner, Ulli Sima, Sonja Wehsely, Rudolf Schicker und Andreas Mailath-Pokorny; von den SPÖ-Vorsitzenden der Landesorganisationen Oberösterreich und Niederösterreich, Erich Haider und Heidemaria Onodi; von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, von AK-Präsident Herbert Tumpel; von den Landtagsabgeordneten Harry Kopietz und Grete Laska, von SPÖ-Nationalratsabgeordneten Christoph Matznetter, Bettina Stadlbauer und Peter Schieder; von dem Internationalen Sekretär der SPÖ, Albrecht K. Konecny, und von ACUS-Vorsitzendem Richard Schadauer. (Schluss) ns

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