Volkshilfe-Bundesgeschäftsführer Fenninger zu Traiskirchen: "Strasser soll endlich handeln!"

Volkshilfe fordert Bundesquartiere für Asylwerber zur Entspannung der konfliktträchtigen Situation in Traiskirchen

Wien (OTS) - Am traurigen Beispiel der Straftat eines Asylwerbers
in Traiskirchen sind die unhaltbaren Zustände im dortigen Flüchtlingslager wieder zum Thema geworden. "Man fragt sich, ob Innenminister Ernst Strasser nicht handeln will, darf oder kann", verweist der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich (VHÖ), Erich Fenninger, auf den wahren Verantwortlichen: "Strassers Feigheit vor der Not muss endlich ein Ende haben!"

"Die endlose Geschichte des Leids der Asylwerber, der Betroffenheit der Traiskirchner Bevölkerung und der Untätigkeit der Verantwortlichen muss endlich zu einer Lösung kommen", fordert Fenninger. Die dramatische Überbelegung des Traiskirchner Lagers habe sich "aus der Menschlichkeit ergeben, die die Gemeinde Traiskirchen vor dem Winter dazu bewogen hat, noch mehr Asylwerber aufzunehmen", erklärt der Volkshilfe-Bundesgeschäftsführer: "Was als temporäre Lösung für die kalte Jahreszeit gedacht war, ist wegen Strassers Untätigkeit schleichend zum Dauerzustand geworden."

Verantwortlich dafür seien auch jene Bundesländer, die ihre Quoten zur Unterbringung von Asylwerbern nicht erfüllen. "In erster Linie besteht Handlungsbedarf beim Innenminister", betont Fenninger:
"Niemand kann mehr verstehen, warum nach unzähligen Krisensitzungen, Gesprächen und Mahnwachen Strasser nicht - wie vorgesehen -zusätzliche Quartiere des Bundes zur Verfügung stellt, bis die Länder ihrer Verpflichtung nachkommen." Wie die meisten anderen Hilfsorganisationen habe sich auch die Volkshilfe Österreich schon mehrmals bereit erklärt, solche Quartiere zu betreiben und damit zu einer Entspannung in Traiskirchen beizutragen. Der Innenminister müsse lediglich endlich geeignete Objekte zur Verfügung stellen.

"Strasser spielt mit dem Feuer", sagt Fenninger, "die Unterbringung von Flüchtlingen aus unterschiedlichen und teilweise verfeindeten Herkunftsländern auf engstem Raum ist Sprengstoff für Konflikte, unter denen natürlich auch die Traiskirchner Bevölkerung leidet". Deshalb sei die spontane Reaktion des Traiskirchner Bürgermeisters, eine nächtliche Ausgangssperre über das Lager verhängen zu wollen, "zwar emotional verständlich, aber keinesfalls akzeptabel", appelliert Fenninger an den Traiskirchner Gemeinderat:
"Eine Erstaufnahmestelle für hilfesuchende Asylwerber darf kein Gefängnis sein!" Eine solche Maßnahme löse das Problem nicht und sei zudem auch rechtlich nicht gedeckt.

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