Erneute Kürzung bei Betriebspensionen zeigt: Drei-Säulen-Modell bietet keine Sicherheit

Linz (OTS) - Noch gar nicht wirklich umgesetzt, bröckelt das Drei-Säulen-Pensionsmodell von Schwarz-Blau. Die Betriebspensionen sollen nämlich erneut gekürzt werden. Die Pensionskassen rechtfertigen das mit technischen Gründen. "In Wirklichkeit haben sie sich verspekuliert, die Pensionisten müssen dafür jetzt draufzahlen", bemerkt AK-Präsident Kalliauer.

Die Pensionskassen haben sich schon in den vergangenen Jahren als untaugliche Alternative zum staatlichen Pensionssystem erwiesen. Im Jahr 2001 wurde ein durchschnittliches Minus von 1,5 Prozent erwirtschaftet, im Jahr 2002 jede achte Pension um durchschnittlich drei Prozent gekürzt. Im Jahr 2003 schließlich wurde jede zweite Pension um durchschnittlich acht Prozent verringert. Die Bezieher verloren im Schnitt 40 Euro pro Monat. Nach Angaben des Obmannes des Fachverbandes der Pensionskassen, Christian Böhm, wird es auch in den kommenden Jahren Kürzungen geben.

Als die Pensionskassen zugeben mussten, dass sie nicht einmal die versprochene Mindestverzinsung von 1,5 Prozent erwirtschaften können, setzten die Aktionäre der Kassen eine Gesetzesänderung durch. Diese bestimmt, dass sich die Pensionskassen zehn Jahre Zeit lassen können, die Mindestverzinsung zu erreichen.

"Damit haben sich Banken und Versicherungen rund 400 Millionen Euro erspart, die sie eigentlich hätten nachschießen müssen, um ihre Versprechen zu halten", ärgert sich der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer. "Die Verluste der mageren Jahre mit fallenden Kursen werden auf die Beitragszahler und Bezieher abgewälzt, die Aktionäre bleiben unbehelligt."

"Das Eingeständnis der Pensionskassen, die Versprechen nicht halten zu könne, zeigt, dass die Pensionspolitik der Regierung falsch ist. Die staatlichen ASVG-Pensionen werden gekürzt, die als Ersatz propagierte zweite Säule kann die Verluste offensichtlich nicht ausgleichen," kritisiert AK-Präsident Kalliauer. "Nicht anders wird es bei der dritten Säule, der Privatvorsorge, sein - sie ist ebenfalls den Zufälligkeiten der Börse ausgesetzt."

Die Argumentation der Pensionskassenbetreiber, man habe in den vergangenen Jahren "schlecht kommuniziert", sei kein Trost für die Betroffenen, so Kalliauer. "Die Kürzungen zeigen, dass die Pensionskassen keine Alternative zum staatlichen Pensionssystem mit Umlageverfahren sind. Die staatlichen Systeme sind billiger und sicherer. Pensionskassen und Privatvorsorge sind auf jeden Fall teurer und mit hohem Risiko verbunden."

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