Hauptverband ist gegen die Schaffung unnötiger Parallelstrukturen

Wien (OTS) - "Schon bisher war das große Problem im Gesundheitsbereich, dass jeder Gelder ausgab, die er nicht selbst einheben mußte. Dieser Fehler der Vergangenheit wird durch die Schaffung von Parallelstrukturen wie die Gesundheitsagenturen nicht gelöst, sondern nur auf einer anderen Ebene ersetzt. Wenn nicht jeder die Verantwortung für die Gelder trägt, die er einhebt, werden wir nie zu effizienten Strukturen finden": So reagierte der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, auf das heute von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat vorgestellte Strukturpaket zur Gesundheitsreform und die dabei vorgesehene Schaffung von insgesamt zehn Gesundheitsagenturen. Zwar ließ die Gesundheitsministerin heute bei der Vorstellung der Gesundheitsagenturen die Verteilung der Finanzströme und der Stimmrechtsanteile noch offen, für Kandlhofer ist aber eines klar:
"Die soziale Krankenversicherung hat in dem Ausmaß mitzubestimmen, wie es ihrem Finanzierungsanteil entspricht". Die von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat angesprochenen 14 Mrd Euro öffentliche Gelder für das österreichische Gesundheitssystem werden immerhin im Ausmaß von 10 Mrd Euro von der
Sozialversicherung bereitgestellt, da die Sozialversicherung den niedergelassenen Bereich zur Gänze und den intramuralen Bereich (Spitäler) zur Hälfte finanziert.
Als erste heftige Reaktion auf die von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat heute erstmals eingestandene Stimmverteilung in den Gesundheitsagenturen, wonach weder Bund, Land oder Sozialversicherung über eine absolute Mehrheit verfügen sollen, sagte die im Hauptverband für die Selbstverwaltung zuständige Geschäftsführerin, Beate Hartinger: "Wie befürchtet, soll hier die kalte Enteignung der Sozialversicherung beschlossen werden. Wo der Patient bisher durch die Selbstverwaltung vertreten wurde, wird in Zukunft eine Mehrheit aus politisch bestellten Bundes- und Landesvertretern das österreichische Gesundheitssystem dominieren, und den Sozialversicherungen vorschreiben, wo die Gelder der
Patienten zu investieren sind."

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
http://www.sozialversicherung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHS0001