Frauenring-Vorsitzende Oberhauser: ÖVP muss klare Worte zur Abtreibung finden

Partei soll sagen, ob sie verfassungsrechtlich verankerte Fristenlösung abschaffen will

Wien (ÖGB) - "Die ÖVP muss endlich klare Worte zur Abtreibungsdebatte finden. Sie soll klar und deutlich sagen, ob sie die seit dreißig Jahren verfassungsrechtlich verankerte Fristenlösung in Frage stellen will", fordert Sabine Oberhauser, Vorsitzende des österreichischen Frauenringes. "Wenn man sich für die Fristenlösung ausspricht, dann soll man diese auch möglich machen - und zwar in allen österreichischen Städten."++++

"Zu sagen, Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen müssen, könnten dafür von Salzburg nach Linz fahren, halte ich für zynisch. Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden haben, befinden sich in einer echten Notlage. Sie brauchen Unterstützung anstatt weiterer Erschwernisse", so Oberhauser weiter. Zudem seien derartige Aussagen in höchstem Maße unehrlich. "Wenn die ÖVP die Fristenlösung abschaffen möchte, dass soll sie das deutlich sagen. Ein 'Ja, aber' gibt es in dieser Frage nicht."

"Insgesamt zeigt sich hier ein weiteres Mal, dass die Regierung eine reaktionäre Frauenpolitik von vorgestern verfolgt, die weibliche Selbstbestimmung hintanstellt", so Oberhauser abschließend.

ÖGB, 29. Juli
2004
Nr. 530

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Barbara Mader-Marion
Tel.: (++43-1) 534 44/357 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001