ÖVP Wien: Aus für 16 Wiener Landwirte durch Umwidmungen?

Urbane Lebensqualität ist auch eine Frage städtischer Landwirtschaft

Wien (29. Juli 2004) - Rund ein Fünftel der Fläche Wiens wird landwirtschaftlich genutzt. Seit Anfang der 80er Jahre sind Wiens Ackerflächen um ein Viertel zurückgegangen. Umwidmungen von "L"-Ländlichem Gebiet - in die Schutzwidmung SWWL - Wald und Wiesenwidmung - gefährden zusätzlich die heimischen Betriebe. Der Autobahnbau durch die Lobau (Verlängerung der S2) etwa könnte schon bald für 16 Landwirte und Gärtner in Wien Donaustadt und Süßenbrunn das Aus bedeuten. Durch eine Umwidmung in ein Wald- und Wiesenschutzgebiet wäre ihnen künftig untersagt, auf ihrem Boden Glashäuser und Wohngebäude zu errichten.

"Zu glauben einen Gärtnerbetrieb ohne angeschlossenes Wohnhaus und Glashäuser führen zu können, ist nicht nur undenkbar, sondern schier realitätsfremd. Das kommt einer quasi Enteignung gleich", kritisiert Stadtrat Johannes Hahn, gf. Landesparteiobmann der ÖVP Wien, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener Bauernbund das Vorgehen der SP-Stadtverwaltung.

850 ha im Bereich der neuen Autobahnführung wären von dieser Umwidmung betroffen. "Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung der Betriebe. Urbane Lebensqualität ist eine Frage städtischer Landwirtschaft. Ohne unsere Stadtbauern ist Wien für mich undenkbar. Sie sind moderne Mehrdienstleister. Wiens 1150 Stadtbauern sorgen für unseren Naherholungsraum, für den lebensnotwendigen Grüngürtel einer Stadt und versorgen uns vor allem mit Frischgemüse."

Bauernbund-Obmann Gottfried Schabbauer fordert bei der gemeinsamen Pressekonferenz klare EU-Haftungsregelungen bei gentechnischen Verunreinigungen. Stadtrat Johannes Hahn, Bauernbund-Obmann Gottfried Schabbauer und Bauernbund-Direktor Robert Wurm richten einen Appell an den neuen Vorsitzenden des Rats der Regionen, Bürgermeister Michael Häupl. Dieser sollte Kraft seines Amtes Lobbying für einheitliche EU-Regelungen betreiben. Heimische Biobetriebe hätten nur dann eine Chance, wenn auch für Gemüse einheitliche Importstandards gelten. "Agraische Anliegen werden auch ein Schwerpunkt unserer parlamentarsichen Herbstarbeit", bekräftigt Johannes Hahn abschließend die Stoßrichtung der heutigen Pressekonferenz.(Schluss)

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