Wo Elefanten Opernstars sind: ORF-Doku über "Aida" in St. Margarethen

Ein Blick hinter die (Felsen-)Kulissen der größten Naturbühne Europas

Wien (OTS) - 7.000 Quadratmeter, voraussichtlich 140.000 Zuseher
und ein Stück mit 400 Mitwirkenden und zwei Elefanten: Das sind die beeindruckenden Eckdaten der Opernaufführung Aida, die heuer zum zweiten Mal auf dem Programm der Opernfestspiele St. Margarethen steht und im Römersteinbruch zwischen 14. Juli und 22. August nicht weniger als 30 Mal aufgeführt wird. Giuseppe Verdis Welterfolg "Aida" besticht auf dem drittgrößten Open-Air-Opernfestival Europas aber auch durch ein imposantes Bühnenbild. Denn die ohnehin mächtige Felsenkulisse erhält durch gigantische ägyptische Götterstatuen, Obelisken und einen übergroßen Sphinxkopf eine zusätzliche Dimension der Superlative. Beachtlich auch das Produktionsbudget: 5,2 Millionen Euro. Im Rahmen der "Matinee am Sonntag" führt Sepp Gmasz' Dokumentation "Aida - Oper im Steinbruch", zu sehen am Sonntag, dem 1. August, um 9.40 Uhr in ORF 2, hinter die Kulissen der Oper im Steinbruch. Die Produktion des Landesstudios Burgenland dokumentiert die Entstehung der Produktion, die Gestaltung des aufwendigen Bühnenbildes und zeigt, welcher Aufwand hinter dieser Inszenierung steckt.

Beeindruckend: Zwei echte Elefanten als Statisten

Für den Bühnenbildner Manfred Waba ist es immer wieder eine Herausforderung, eine Bühne zu schaffen, die sich harmonisch in die gewaltige Naturkulisse einfügt. Die von ihm entworfenen Figuren und Obelisken wurden daher auch in einer eigenen Bildhauerwerkstatt in Florenz erzeugt. Zusätzlich baute der Bühnenspezialist eine Reihe optischer Überraschungseffekte in die Inszenierung ein. Intendant Wolfgang Werner ist von der gelungenen Mischung begeistert: "Waba ist es gelungen, auch der natürlichen Felsenlandschaft ihren Atem zu lassen. Und es wäre nicht Waba, könnte man nicht mit so mancher optischer Überraschung rechnen." Die Regie liegt in den Händen von Robert Herzl, der in St. Margarethen schon "Othello" und die "Zauberflöte" inszenierte. Er führt nicht nur die Riege der Sänger, sondern auch 200 Statisten, die als Priester, Soldaten oder Gefangene die weitläufige Naturbühne beleben. Für die musikalische Einstudierung konnte der erfahrene Operndirigent Ernst Märzendorfer gewonnen werden. Der 83-Jährige war auf allen bedeutenden Opernbühnen der Welt tätig und arbeitete mit vielen renommierten Orchestern. Erfahrung mit Freiluftaufführungen sammelte er schon vor Jahrzehnten im Steintheater von Hellbrunn. Märzendorfer leitet einen Teil der Aufführungen selbst, für die übrigen Vorstellungen wurde der Holländer Koen Scoots engagiert. Die Titelrolle singt erstmals in St. Margarethen die Ungarin Eszter Sümegi - Primadonna der Budapester Oper. Emil Ivanov als Radames und Igor Morosow als Amonasro gehören schon zu den hiesigen Opernlieblingen. Die Amneris wird von der jungen Deutschen Cornelia Helfricht gegeben. Für alle Rollen gibt es überdies Zweit- und teilweise auch Drittbesetzungen. Die Kostüme sind Leihgaben aus Mailand. Ballett, Chor und Orchester wurden aus dem Nationaltheater Brünn engagiert, die vier Streitwagen wurden in Ungarn gebaut. Nicht alltägliche Opernstatisten kommen aus Bad Tölz und haben so wie der dort ansässige "Bulle" ebenfalls Bühnenerfahrung: Betty und Miry, zwei musikbegeisterte Elefanten.

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