Pensionsreform: Ärztinnen und Ärzte werden benachteiligt

Brettenthaler ortet Ungerechtigkeiten für Akademiker - durch lange Ausbildung und Wartezeiten auf Stellen besonders Ärztinnen und Ärzte betroffen

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, hat auf die Gefahr einer deutlichen Benachteiligung von Akademikerinnen und Akademikern bei der anstehenden Pensionsreform aufmerksam gemacht. Diese hätten auf Grund ihrer langen Ausbildungszeiten kaum eine Möglichkeit, die erforderlichen 45 Versicherungsjahre ohne gravierende Abschläge zu erreichen, kritisierte Brettenthaler in einer Aussendung am Montag. Die Berufsgruppe der Ärzte sei dabei besonders betroffen, da sie durch eine sehr lange Ausbildungsdauer und hohe Wartezeiten auf Stellen meist erst im Durchschnittsalter von 29 Jahren in den Beruf eintreten.

Besonders hart treffe die Veränderung Ärztinnen, die auf Grund von Kindererziehungszeiten auch noch unterbrochene Berufskarrieren hätten. Brettenthaler erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass im Arztberuf Frauen im Vormarsch sind. Sie stellen bereits rund zwei Drittel der Absolventen des Medizinstudiums. Fazit des Ärztepräsidenten: "Für die Ärztinnen und Ärzte ist die viel beschworene 'Harmonisierung' der Pensionen in Wirklichkeit eine Verschlechterung. Wir können nach den vorliegenden Plänen ohne Abschläge erst nach dem 70.sten Lebensjahr in Pension gehen, also in einem Alter, in dem wir die erforderliche Leistung - ständige Einsatzbereitschaft, Arbeiten unter hohem Stress und Verantwortungsdruck - kaum mehr erbringen können."

Brettenthaler verwies ferner darauf, dass keine akademische Berufsgruppe so oft in der Nacht tätig ist - sowohl in der Notversorgung im niedergelassenen Bereich, als auch in den Nachtdiensten in den Spitälern. "Ich fordere eine adäquate Berücksichtigung dieser Tatsachen bei der Pensionsreform", urgierte der Ärztepräsident. "Es reicht nicht, lediglich darauf hinzuweisen, dass man Pensionszeiten für die Ausbildung nachkaufen kann. Es müssen im Dienst an der Gesellschaft erbrachte Leistungen seitens des Staats auch angemessen anerkannt werden."

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