Weitere "Tat-Sachen" am 27. Juli im ORF: Der Strychninmord

Wien (OTS) - Im zweiten Teil der neuen
Kriminal-Dokumentationsserie "Tat-Sachen" - Teil eins erreichte am 20. Juli im Schnitt 715.000 Zuseherinnen und Zuseher bei einem hervorragenden Marktanteil von 36 Prozent - präsentiert Peter Resetarits am Dienstag, dem 27. Juli 2004, um 21.05 Uhr in ORF 2 wieder Aufsehen erregende österreichische Kriminalfälle aus Vergangenheit und Gegenwart.
Dokumentiert werden drei Verbrechen, die tatsächlich passiert sind. Das "Tat-Sachen" Team, Andrea Ferstel, Ines Pedoth und Doris Plank, hat die Fälle rekonstruiert und zeigt in Folge zwei, wie ein Zigarettenstummel den Mörder des Geldverleihers Zoran P. überführte, wie der Serienmörder Max Gufler in den fünfziger Jahren eine mörderische Spur durch ganz Österreich zog und wie die Ermittler mit Hilfe gerichtsmedizinischer Techniken den heimtückischen und grausamen Mord an zwei Jugendlichen aufdeckten.

Der Tod des Geldverleihers

Kurz nach 2.00 Uhr morgens geht am 9. Jänner 2002 bei der Wiener Polizei ein Notruf ein: Panisch ruft eine Frau von ihrem Handy aus um Hilfe: Vor ihren Augen wurde in einem Café ein Mann erschossen. Ein Streifenwagen ist rasch am Tatort. Die Polizisten finden die geschockte Lokalbesitzerin im Lokal und ihre Freundin, die via Handy den Notruf tätigte. Im rückwärtigen Teil des Cafés, vor dem verschlossenen Notausgang, stoßen die Beamten auf das Mordopfer, den 25-jährigen Zoran P.
Knapp vor Sperrstunde war ein Wagen vor dem Lokal vorgefahren. Ein Mann mit schwarzer Mütze und abgesägtem Gewehr betrat das Lokal, sprach die Worte: "Es tut mir Leid - für euch alle" und schoss. Zoran P. flüchtete noch in den hinteren Teil des Cafés, wo sich die Toiletten befinden - doch dort wurde ihm der verschlossene Notausgang zum Verhängnis. Der Mörder drückte noch mehrmals ab, dann verschwand er.
Bei ihrer Befragung erinnern sich die beiden anwesenden Frauen an einen unbekannten Gast, der an diesem Abend in dem nur von Stammkunden frequentierten Café aufgefallen war. Er trank Kaffee und rauchte eine Zigarette. Dann verließ er das Lokal wieder. Es sollte der spätere Mörder sein. Die Spuren, die der Mörder bei seinem Lokalbesuch hinterlässt, werden von den Kriminalisten in mühevoller Kleinarbeit analysiert. Gemeinsam mit den Notizen des ermordeten Geldverleihers Zoran P. führen sie die Ermittler auf die richtige Spur.

Der Fall Gufler

Im Oktober 1958 geht Josef Robas aus Reifnitz am Wörther See zur Gendarmerie. Er hat einen Brief aus München bekommen, in dem steht, dass seine geschiedene Frau Maria Robas in Köln bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Der Absender ist ihm unbekannt. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass es keinen Autounfall gegeben hatte, und als die Polizei die Wohnung von Maria Robas öffnet, finden die Beamten diese durchwühlt. Die Nachbarn erzählen, dass die Frau im September mit einem Gast in dessen Auto abgereist war.
Frau Robas hatte einen neuen Freund kennen gelernt. So verliebt war sie, dass sie sogar einen Kredit, den sie einem Fleischhauer im Ort gewährt hatte, kündigte, weil sie das Geld für ein neues Leben mit dem Unbekannten brauchte.
Dieser Unbekannte hatte später auch das Geld beim Fleischhauer einkassiert. Doch der hatte sich zur Sicherheit den Ausweis des Mannes geben lassen.
Als schließlich die Leiche von Maria Robas in einem Bach gefunden wird, kommt man dem Besitzer des Ausweises auf die Spur. Der Vertreter Max Gufler wird in seiner St. Pöltener Wohnung verhaftet. Es stellt sich heraus, dass er sein Opfer mit einem mit Schlafmittel versehenen Schnaps betäubt und anschließend in den Bach gelegt hatte. Hier ertrank Maria Robas hilflos.
Doch warum? Offenbar hatte es der Mörder auf die Ersparnisse der Frau abgesehen. Bei der Durchsuchung von Guflers Wohnung sind schließlich sogar die Ermittler erstaunt.
Es werden noch mehr als 1.000 Gegenstände sichergestellt, die auf zahlreiche andere Mordfälle und Verbrechen schließen lassen. Der unscheinbare Versicherungsvertreter hatte eine mörderische Spur durch ganz Österreich gezogen und gelangte mit seinen aus reiner Habgier begangenen Frauenmorden zu trauriger Berühmtheit.

Der Strychninmord

Am Freitag, dem 13. Juli 2001, wurde die Leiche eines 16-jährigen Lehrlings im flachen Wasser der Naarn in Perg in Oberösterreich entdeckt. Drei Tage später fand man auch eine 13-jährige Freundin des Burschen nahe dem Fluss tot auf.
Von Beginn an rankten sich die unglaublichsten Geschichten rund um die beiden Todesfälle. Von einem Unfall war ebenso die Rede wie von Drogentod und Selbstmord nach dem Vorbild Romeo und Julias. Anfangs stießen die ermittelnden Beamten auch auf keinerlei Hinweise, dass es sich um einen Mord handeln könnte. Die beiden Jugendlichen waren Donnerstagabend mit Bekannten im Perger Stadtzentrum unterwegs gewesen. Gegen 22.30 Uhr verließen sie die anderen - und wurden danach nicht mehr lebend gesehen. Was den Tod der durchaus fröhlich wirkenden Freunde auslöste, war und blieb unverständlich.
Drei Wochen später aber brachte die gerichtsmedizinische Untersuchung einen gleichermaßen heimtückischen wie grausamen Mord ans Tageslicht. Und auch die Mörder konnten schließlich mit Hilfe modernster Analysemethoden überführt werden.

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