Der Nepp mit dem Eistee: 0,5 Liter um 3,60 Euro!

AKNÖ: Alkohol ist in vielen Gaststätten billiger als Saft und Eistee

Wien (AKNÖ) - Erst vor einigen Wochen zeigte die AK Niederösterreich die vielfach hohen Preise für antialkoholische Getränke auf. Seither melden sich bei den Konsumentenschützern immer wieder Verbraucher, die sich über überhöhte Preise beschweren.

Damit hat ein dreifacher Familienvater aus St. Pölten nicht gerechnet: Bei einem Gasthausbesuch in St. Pölten hatte er den stolzen Betrag von 3,60 Euro für einen halben Liter Eistee zu bezahlen. "Bei diesen Preisen wird der Gasthausbesuch vor allem für Familien mit Kindern zum puren Luxus", kritisiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.
Dabei stelle sich auch die Frage, ob der Wirt in der Schillingära für einen großen Eistee ebenso 49,50 Schilling verlangt hätte. Denn genau soviel machen die 3,60 Euro in der alten Währung aus. Offenbar setzen manche Wirte auf die Tatsache, dass viele Konsumenten immer noch kein rechtes Gefühl für den Wert des Euro haben. "Aber wenn die Leute dann im Einzelfall nachrechnen, sind viele empört und fühlen sich geneppt", so Staudinger.

Ersatz für Umsatzverluste?

Der Verdacht scheint zumindest nahe, dass so mancher Wirt sich auf dem Getränkesektor durch hohe Preise jenen Umsatz sichern will, der ihm aufgrund des verregneten Frühsommers vielleicht entgangen ist. "Das ist zwar nicht verboten, aber nicht nur den Konsumenten gegenüber unfair, sondern äußerst kurzfristig gedacht. Denn Kunden, die sich über überhöhte Getränkepreise ärgern, werden sich dreimal überlegen, ob sie sich den Gasthausbesuch gönnen, auch wenn sie es sich leisten könnten", meint Staudinger.
Anders liegt die Sache, wenn es um das Preisverhältnis zwischen antialkoholischen und alkoholischen Getränken geht. In besagtem Restaurant liegt der Preis für ein Krügerl Bier mit 2,50 Euro nämlich weit unter dem für den halben Liter Eistee. Der Differenzbetrag von 1,10 Euro liegt in alter Währung bei gut 15 Schilling. Vor allem für Jugendliche könnte dieser nicht geringe Differenzbetrag ein Argument für den Kauf alkoholischer Getränke sein. Hier wird eine Chance vergeben, Jugendliche für den Konsum antialkoholischer Getränke zu gewinnen, die außerdem leistbar sind.

Mehr Transparenz bei Preisen

AKNÖ-Präsident Josef Staudinger lehnt die Vorgehensweise mancher Gaststättenbesitzer, alkoholische Getränke um vieles preisgünstiger anzubieten als antialkoholische, strikt ab:
"Es gibt eine klare Regelung. Nach der Gewerbeordnung sind Gastgewerbebetreibende verpflichtet, mindestens zwei Sorten kalter nichtalkoholischer Getränke zu einem nicht höheren Preis auszuschenken als das am billigsten angebotene kalte alkoholische Getränk!" Staudinger erinnert außerdem daran, dass es verboten ist, an Jugendliche unter 16 Jahren Alkohol auszuschenken.
Im konkreten Fall bleibt eine Frage offen: Selbst wenn sich der genannte Wirt an diese Regelung hält und zwei Getränke -beispielsweise Mineralwasser und Apfelsaft - unter dem Preis des billigsten alkoholischen Getränks verkauft, muss er seinen Konsumenten trotzdem erklären können, warum er dann den Eistee um teure 3,60 Euro verkauft. "Dieser Preis ist für uns jedenfalls nicht nachvollziehbar", so Staudinger.

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