Rieder: Mit innovativen Ideen zum wirtschaftlichen Erfolg

WAFF hilft Klein- und Mittelbetrieben bei Innovationsvorhaben; bisher 151 Betriebe und Projekte gefördert, neue Einreich-Runde läuft noch

Wien (OTS) - "Die Entwicklung und Einführung innovativer Produkte und Prozesse eröffnet nicht nur für Großunternehmen, sondern auch für die Klein- und Mittelbetriebe neue Marktchancen, sichert Arbeitsplätze und legt den Grundstein für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und künftiges Wachstum. Mehr als 90% aller rund 35.700 Wiener Betriebe fallen in die Kategorie der Klein- und Mittelbetriebe, die zwischen 1 bis 19 MitarbeiterInnen beschäftigen. Allein diese Zahl macht deutlich, wie wichtig eine hohe Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Wien ist. Genau hier setzt das Förderungsprogramm "Innovationsassistenz" des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) an. Wir wollen damit die Rahmenbedingungen für die Realisierung neuer Geschäfts- und Produktideen bei den Wiener Klein- und Mittelbetrieben verbessern", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei einer Medienkonferenz am Donnerstag.****

Rieder präsentierte gemeinsam mit WAFF-Geschäftsführer Mag. Fritz Meiszl eine Zwischenbilanz über das seit dem Jahr 2000 laufende Programm. Zu Gast bei der Medienkonferenz war auch Mag. Andreas Lausch, Finanzleiter der Firma Mam Babyartikel. Das Unternehmen ist einer der bisher geförderten Betriebe und hat innovative Babyzahnbürsten entwickelt.

WAFF beteiligt sich an Personal und Ausbildungskosten

Beim Förderungsprogramm "Innovationsassistenz" beteiligt sich der WAFF für die Dauer von 18 Monaten an den Personalkosten für jene Mitarbeiter - die sogenannten Innovationsassistenten - die speziell zur Entwicklung und Realisierung der Innovation neu eingestellt werden. Außerdem übernimmt der WAFF auch einen Teil der Kosten für Ausbildung und Höherqualifizierung von bereits im Unternehmen länger tätigen Mitarbeitern.

151 Innovationsprojekte unterstützt mit 6,8 Millionen Euro

Eine so eben vom IFA - Steiermark abgeschlossene Evaluierung zeigt die Wirksamkeit des Förderungsprogramms. In den bisherigen Einreichrunden wurden 151 Projektförderungen bewilligt, die kalkulierte Fördersumme liegt bei knapp 6,8 Millionen Euro. Bisher wurden 229 Innovationsassistenz-Stellen geschaffen, weitere 24 kommen in den nächsten Monaten hinzu. Fast alle Innovationsassistenten sind nach wie vor im Unternehmen beschäftigt.

Die Evaluierung hat auch ergeben, dass ohne Förderung 27 Prozent der Innovationsvorhaben nicht und 61 Prozent nur in reduzierter Form oder verzögert durchgeführt worden wären. Fast 90 Prozent der Vorhaben sind damit von der Förderung abhängig. Über die Hälfte (= 84 Unternehmen) der geförderten Innovationsprojekte sind "Produktinnovationen". So zum Beispiel Softwareentwicklungen, Entwicklung von medizinischen Geräten/Produkten im chirurgischen Bereich. Andere Innovationen beziehen sich auf Verfahren und Prozesse, Organisationsentwicklung, Vertrieb, Marketing oder betriebliche Neuorientierung. Das sind zum Beispiel die Erschließung neuer Märkte oder die Verfahrensoptimierung im elektronischen Bereich.

91 Prozent der Betriebe geben an, dass die Innovationsprojekte auch in hohem Ausmaß zur Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen beigetragen haben. Da etliche Projekte noch im Laufen sind, kann zwar der Beschäftigungseffekt insgesamt noch nicht gänzlich angegeben werden, doch die Betriebe rechnen damit, dass - sobald das Innovationskonzept seine volle Wirksamkeit entfaltet - im Durchschnitt 3 bis 4 zusätzliche Jobs, in Summe also rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Neue Einreichphase läuft noch bis 2. September

Derzeit läuft eine neue Einreichphase: Bis zum 2. September können Wiener Klein- und Mittelbetriebe noch ihre Innovationsvorhaben zur Förderung beim WAFF einreichen, informiert Mag. Fritz Meiszl, Geschäftsführer des WAFF. Für diese neue Förderungsrunde steht ein zusätzliches Fördervolumen von
1 Million Euro zur Verfügung.

o Informationen zum Förderprogramm "Innovationsassistenz": WAFF - Standortförderung, Tel.: 217 48 - 210

Was konkret gefördert wird

Gefördert werden können kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ihre unternehmerische Tätigkeit seit mindestens 12 Monaten in Wien erfolgreich ausüben.

Die Förderung umfasst:

o Personalkosten für eine/n oder mehrere Innovationsassistenten in der Höhe von je 50 Prozent des Bruttoentgelte, zuzüglich 50 Prozent Lohnnebenkostenpauschale: maximal 47.000,- Euro. o 50 Prozent der innovationsbezogenen Weiterbildungskosten für MitarbeiterInnen: maximal 7.300,- Euro. o 50 Prozent der Kosten von externen Beratungsleistungen: maximal 4.700,- Euro. o Der Förderzeitraum erstreckt sich auf höchstens 18 Monate.

Mam Babyartikel: Mit neuen Babyzahnbürsten zum internationalen Erfolg

Wie die Förderung in der Praxis funktioniert, lässt sich am besten an einem Beispiel illustrieren: Eines jener Unternehmen, die bisher vom Programm profitiert haben ist die Mam Babyartikel GmbH. "Wir wurden in einem Beratungsgespräch durch einen Mitarbeiter des Regionalen Wirtschaftsservice des WAFF auf die Förderung Innovationsassistenz aufmerksam gemacht", erzählt Mag. Andreas Lausch, Finanzleiter des Wiener Unternehmens aus dem 16. Bezirk.

Mam hat in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Experten wie Kinderärzten, Zahnärzten und Gynäkologen, Babyzahnbürsten entwickelt, die auf die speziellen Bedürfnisse von Kleinkindern angepasst sind.

Üblicherweise wird bei 3-jährigen Kindern mit der ernsthaften Zahnpflege begonnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass mit der Zahnpflege und der Massage des Zahnfleisches nicht früh genug begonnen werden kann. Von diesen Erkenntnissen ausgehend wurden 2 Babyzahnbürsten entwickelt: eine Lern - Zahnbürste (große Zahnbürste), deren ergonomische Form es dem Baby bzw. Kleinkind erlaubt, die Putzbewegungen von Zahnfleisch und Gaumen mitzumachen und zu erlernen. Die zweite neue Zahnbürste - die
Milchzahnbürste (kleine Zahnbürste) - dient als quasi Spielbürste und zur Erlernung der Eigenständigkeit des Kindes.

Für dieses Projekt hat die Firma Mam unter anderem einen Innovationsassistenten - Marketing and Sales - sowie einen Innovationsassistenten - Technik - gesucht. Der WAFF förderte Personalkosten für die beiden Innovationsassistenten sowie Beratungskosten. Weiters wurden in den Bereichen EDV, Sprachen (Englisch) und Projektmanagement Weiterbildungsmaßnahmen für die Innovationsassistenten und andere mit der Innovation befassten MitarbeiterInnen gefördert.

Mam hat für diese Innovation im medizinischen Bereich einige Preise erhalten. So den Deutschland Focus in Silber - Internationaler Designpreis Baden Würtemberg 2002 - und den Großbritannien Silver Award Mother and Baby for Most Innovative new Product, 2002/2003.

Innovationsassistenten: Rundum zufrieden im neuen Job

Mit ihrem Job sind die Innovationsassistenten rundum zufrieden. 95 Prozent der befragten Innovationsassistenten bestätigen die positiven Effekte der Förderung: Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen und Qualifikationen, bessere Aufstiegs- und erhöhte Arbeitsmarktchancen.

Über die Hälfte der eingestellten Assistenten hat aus einer unselbständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit in das geförderte Dienstverhältnis gewechselt. Für ein Drittel der InnovationsassistentInnen boten die geförderten Stellen die Möglichkeit zu einem beruflichen Wiedereinstieg nach einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit.

69 Prozent gehen davon aus, dass ihre Fähigkeit zur Teamarbeit entscheidend gesteigert wurde, 74 Prozent, dass sie nun bei Innovationen gezielter und systematischer vorgehen, 82 Prozent konnten ihre Kenntnisse im Bereich Innovations- und Projektmanagement verbessern, und rund 96 Prozent haben sich in der neuen Tätigkeit persönlich weiterentwickelt.

Die Arbeitsbedingungen werden als herausfordernd und insgesamt positiv beurteilt. Die Entlohnung ist für 94 Prozent zufriedenstellend bis sehr zufriedenstellend.

Jüngere Personen nutzen die Innovationsassistenz häufig als berufliche Einstiegshilfe im Anschluss an eine Ausbildung, 90 Prozent der befragten InnovationsassistentInnen wollen mittelfristig in "ihrer" Firma bleiben.

Zielgruppe punktgenau erreicht: 96% sind Kleinbetriebe

Die Förderinitiative trifft Zielgruppen genau - auch das zeigt die Evaluierung: 96 % der geförderten Unternehmen sind Kleinst- oder Kleinbetriebe; nur 6 Betriebe haben mehr als 50 Beschäftigte. 46 Prozent der Unternehmen (= 69 Unternehmen) bestehen erst kürzer als fünf Jahre .

"IT-Betriebe" und "wirtschaftsnahe Dienstleister" stellen die größten Anteile an den erfolgreichen Förderwerbern dar - also Sektoren mit hohem Innovationsdruck (105 Unternehmen).

Unbürokratische Förderabwicklung

Insgesamt werden das Programm und die Abwicklung der Förderung, für die zwei BetreuerInnen des WAFF eingesetzt sind, sehr positiv beurteilt. Vor allem
die Qualität der Betreuung (Verlässlichkeit, Schnelligkeit, Präzision der Auskünfte) werden von über 90 Prozent der geförderten Betriebe als sehr positiv hervorgehoben; ebenso die Möglichkeit der persönlichen Ansprache.

Große Zufriedenheit besteht auch bezüglich der Klarheit der Bewertungskriterien und des Genehmigungsverfahrens. Der unbürokratische Zugang zum Programm ist vor allem für jene kleinen Firmen wesentlich, die (noch) nicht über Erfahrungen mit Förderprogrammen verfügen. (Schluss) gaw

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