Große Mehrheit für Fingerabdruck im Pass

Emnid-Umfrage für Reader's Digest - 71 Prozent der Deutschen würden auch Augenkontrolle akzeptieren

Stuttgart (OTS) - Die große Mehrheit der Deutschen hat keine Bedenken, wenn bei Pass-Kontrollen künftig auch so genannte biometrische Daten abgefragt werden. So wären 86 Prozent bereit, ihren Fingerabdruck überprüfen zu lassen, 71 Prozent würden es akzeptieren, wenn eine Kontrolle der Augen anhand der Iris stattfindet. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von Reader's Digest Deutschland. Wie das Magazin in seiner August-Ausgabe berichtet, sehen 68 Prozent der Deutschen in einer solchen Erweiterung des klassischen Ausweises einen wirksamen Beitrag zur internationalen Bekämpfung des Terrorismus.

Vor allem die USA haben in den vergangenen Jahren massiv auf den Reisepass der Zukunft gedrängt. In seinem äußeren Erscheinungsbild unterscheidet er sich kaum vom Aussehen jetziger Ausweise. Der kleine Unterschied: Ein dünner Mikrochip, der zusätzlich in das Dokument eingearbeitet wird, ist Datenspeicher und Datenübermittler zugleich. Auf diese Weise können bei einer Kontrolle die abgespeicherten biometrischen Daten des Passinhabers mit denen der zu kontrollierenden Person verglichen werden.

Was die Kritiker als entscheidenden Schritt zum gläsernen Menschen werten, wäre für die meisten Bürger offenbar kein Problem. So sagten 68 Prozent der Befragten aus, sie würden eine solche Überprüfung der biometrischen Daten auch am Bankautomaten akzeptieren. Besonders interessant: Je älter die Befragten waren, desto größer war ihr Vertrauen in die Biometrie. Hingegen nahm die Zustimmung zur neuen Ausweistechnik ab, je höher der Bildungsabschluss ist. Auffällig auch: Frauen stehen der neuen Form der Kontrolle deutlich aufgeschlossener gegenüber als Männer.

Auch Gesicht als "Ausweis" denkbar

Dabei sind der Fingerabdruck und die Iris-Kontrolle nur zwei Beispiele, wie der Pass mit zusätzlichen Prüfungsmerkmalen ergänzt werden kann. Daneben besteht auch die Möglichkeit der Gesichtserkennung, bei der markante Merkmale wie Auge, Nase oder Mund mit den Daten des abgespeicherten Referenzbildes abgeglichen werden. Der Haken hierbei: Veränderte Lichtverhältnisse und Brillen erschweren die Erkennung. Rolf Würtz vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Uni Bochum weist in Reader's Digest zudem auf den Zeitfaktor hin: "Schwierig wird es, wenn die Bilder zu weit auseinander liegenden Zeiten aufgenommen worden sind."

Erste Tests zeigen aber, dass die neue Technik durchaus großen Nutzen bringen kann. Am Frankfurter Flughafen läuft seit Februar ein Pilotprojekt, bei dem sich jeder volljährige Einwohner des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz registrieren lassen kann, um künftig besonders schnell ein- und ausreisen zu können. Heinz Werner, Projektchef der zuständigen Bosch Sicherheitssysteme GmbH, zeigt sich mit den ersten Erfahrungen des Großversuchs zufrieden: "Bisher ist kein Unberechtigter durchgeschlüpft."

Auch in der Freizeit könnte es künftig Vorteile bringen, wenn man den Körper als Ausweis nutzen kann. In einem Heilbronner Biergarten können Stammgäste ein Guthaben hinterlegen und dürfen dann fortan mit ihrem Daumen bezahlen. Inline-Skater und Walker können auf diese Weise einkehren, ohne Geld mitnehmen zu müssen.

Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die August-Ausgabe von Reader's Digest ist ab dem 26 Juli 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.

Vollständiger Artikel aus der August-Ausgabe zum Download:
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ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland

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