In der Schwangerschaft gemobbt und zu Unrecht entlassen

AK erkämpfte 8800 Euro für Linzer Kellnerin

Linz (OTS) - Nachdem eine Kellnerin in einem Linzer Gastronomiebetrieb dem Chef mitgeteilt hatte, dass sie schwanger sei, wurde sie am Arbeitsplatz gemobbt und schließlich entlassen. Die Arbeiterkammer ging für die Frau vor Gericht, das die Entlassung als ungerechtfertigt aufhob. Die Frau erhielt mehr als 8800 Euro an Lohn, Sonderzahlungen und Kündigungsentschädigung nachgezahlt.

Kaum hatte eine Kellnerin aus Linz ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft informiert, begannen für sie die Probleme im Betrieb. Ihren Lohn erhielt sie trotz gegenteiliger Vereinbarung nur noch bar auf die Hand, Essen und Getränke im Betrieb wurden ihr gestrichen. Als sie wegen der in einer Schwangerschaft üblichen Befindlichkeitsstörungen (Übelkeit) in den Krankenstand ging, wurde sie gezwungen, ihren Lohn im Betrieb abzuholen und dort aufs gröbste beschimpft. Das Mobbing dauerte auch nach Ende des Krankenstandes an. Deshalb versuchte der Freund der Kellnerin ein klärendes Gespräch mit dem Betriebsinhaber zu führen. Dieser rief jedoch die Polizei und entließ anschließend die Kellnerin mit der Behauptung, er wäre von ihrem Freund bedroht worden.

Die verzweifelte Frau wandte sich an die Linzer Arbeiterkammer, die für sie vor Gericht ging. Das Gericht entschied
vollinhaltlich zugunsten der Arbeitnehmerin. Der Unternehmer konnte weder die behaupteten Pflichtvernachlässigungen durch die Kellnerin noch die angeblichen Bedrohungen oder Ehrverletzungen beweisen. Selbst wenn der Freund den Unternehmer tatsächlich beleidigt hätte, so das Gericht, wäre das nicht der Dienstnehmerin selbst vorzuwerfen und daher kein Entlassungsgrund.

Das Gericht entschied daher, dass die Entlassung unberechtigt war. Die Frau bekam 8800 Euro an Lohn, Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistung für nicht verbrauchten Urlaub und Kündigungsentschädigung für drei Monate zugesprochen.

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