ÖAMTC: Das T-Shirt ist kein Schutz für Biker

Auch im Sommer ist richtige Schutzbekleidung wichtig

Wien (ÖAMTC-Presse) - Mit den steigenden Temperaturen werden besonders in der Stadt viele Motorradfahrer unvorsichtig bei der Wahl ihrer Bekleidung. "Wenn ich diesen Leichtsinn sehe, kriege ich eine Gänsehaut", sagt der Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Melk, Hans Danzinger. Schon der kleinste Ausrutscher kann zu schmerzhaften Verletzungen führen. "T-Shirt-Biker" sollten sich bewusst sein, dass sie im wahrsten Sinn ihre Haut riskieren.

"Man braucht nur an Stürze mit dem Fahrrad als Kind zurückdenken", erinnert Danzinger. Hautabschürfungen, verschmutzte Wunden, Entzündungen und nur langsam heilende Verletzungen können sich Biker durch die richtige Wahl der Bekleidung auch bei hohen Außentemperaturen ersparen.

"Das Beste ist gerade gut genug", so Danzinger. Nur die Lederkombi, solide Stiefel, Handschuhe und ein Vollvisierhelm bieten dem Motorradfahrer Schutz. Alles andere ist nur noch ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Hitze am Bike, warnt der Profi.

Der Helm sollte gerade im Sommer weiß sein. Dunkle Farben und Metallic-Lackierungen reflektieren die Hitze nicht ausreichend. Jethelme helfen nicht gegen Schweißausbrüche und schützen außerdem das Gesicht nicht.

Viele Hersteller bieten mittlerweile schon leichte und reißfeste Protektorenjacken in hellen Farben für die Stadt an. Sie schützen weitaus besser als ein T-Shirt, sind aber auch nur die zweitbeste Wahl, sagt Danzinger. Wer mit Protektorenjacken unterwegs ist, darf nicht auf den Nierengurt vergessen. Damit können Verkühlungen im Beckenbereich verhindert werden.

Einen absoluten Leichtsinn stellt der Verzicht auf Handschuhe dar. "Bei einem Ausrutscher versucht jeder Mensch instinktiv, sich mit den Händen abzufangen", erklärt Motorradprofi Danzinger. Ohne Leder und Schleifschutz drohen schmerzhafte Handverletzungen.

Wie wichtig die richtige Ausrüstung ist, zeigt die Unfallstatistik der ÖAMTC-Notarzthubschrauber. Insgesamt 521 Mal mussten im Jahr 2002 verletzte Biker versorgt werden. Mehr als 70 Prozent hatten unter anderem schwere Verletzungen an Armen und Beinen. Fast jeder dritte Verunfallte erlitt auch ein Schädel-Hirn-Trauma. Auch die Verkehrsunfallstatistik (Quelle: Statistik Austria) belegt, dass an Motorrad-Schutzbekleidung kein Weg vorbei geht: Von 1.000 verunglückten Motorradfahrern und Mitfahren sind nur 200 mit leichten Verletzungen davon gekommen. Bei allen anderen Verkehrsteilnehmern sind hingegen von 1.000 Verunglückten 730 bei Verkehrsunfällen leicht verletzt worden.

Statt auf die Schutzbekleidung zu verzichten, sollten Biker vorausschauend fahren, rät Danzinger. Gleichmäßig von Kreuzung zu Kreuzung fahren bietet länger kühlenden Fahrtwind.

Alles Wissenswerte rund um das Thema Motorrad findet sich im "Zweirad Guide" des ÖAMTC auf 36 Seiten. Die Broschüre liegt an allen Dienstellen, Stützpunkten und Fahrsicherheitszentren des Clubs kostenlos auf. Umfassende Biker-Infos finden sich auch auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/motorrad/. Hier können Tipps und Testergebnisse wie beispielsweise über Motorradhelme oder Schutzbekleidung online abgerufen werden.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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