ÖGJ-Lindner: Arbeitsplätze schaffen statt zusätzliche Zwangsdienste einführen!

Zivildienstverkürzung auf sechs Monate gefordert - Ausbildung kein Argument dagegen, da seit 2000 keine Grundausbildung mehr vorgesehen

Wien (ÖGJ/ÖGB). (OTS) - "Wir brauchen hochqualitative Arbeitsplätze statt unterbezahlte Zwangsverpflichtete, die als Billigarbeitskräfte im Sozialbereich missbraucht werden", reagiert der Bundessekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Mario Lindner, auf den Vorschlag von ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka, auch für den Wehrdienst Untaugliche sowie Frauen zu einem verpflichtenden Sozialdienst heranzuziehen.++++

Die Gewerkschaftsjugend fordert die Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate. Diese Kürzung soll genutzt werden, um neue Vollzeit-Arbeitsplätze im Gesundheits- und Sozialbereich zu schaffen. So würde die Zivi-Verkürzung neben der Gleichberechtigung von Zivil-und Präsenzdienern weitere Vorteile mit sich bringen: "Die Jugendlichen wären nicht so lang von ihrem normalen Berufsleben abgeschnitten und die hohe Jugendarbeitslosigkeit würde eingeschränkt", erklärt Lindner.

Lopatkas Argument, dass sich bei verkürzter Zivildienstzeit die Ausbildung nicht mehr lohne, weist Lindner zurück: "Zivildiener werden ohnehin nur zu Hilfsdiensten herangezogen, und die umfangreiche und für alle Zivildiener einheitliche Grundausbildung hat Innenminister Ernst Strasser schon im Jahr 2000 eingespart." Den Wünschen der Jugend entspricht Lopatkas Vorstellung, dass der Zivildienst länger als der Präsenzdienst dauern solle, jedenfalls nicht: "Sogar die Jugend-Vorsitzende von Lopatkas ÖVP, Silvia Fuhrmann, hat sich erst gestern dafür ausgesprochen, dass der Zivildienst nicht länger dauern darf als der Dienst mit der Waffe," schließt Lindner. (fk)

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ÖGB, 19. Juli 2004 Nr. 522

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