Österreichische Apothekerkammer fordert neue Regelung der Generika-Abgabe

Präsident Dr. Herbert Cabana: "Mehr Spielraum für Patienten"

Wien (OTS) - Im Rahmen der Pressekonferenz "Generika-Offensive"
mit BM Maria Rauch-Kallat am Montag, dem 19. Juli 2004, erhebt Dr. Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, eine neue Forderung. Die Generika-Offensive des Gesundheitsministeriums wird von den Apothekern maßgeblich mitgetragen. In jeder Apotheke liegen mittlerweile tausende Packungen Generika auf Lager. Cabana fordert von der Politik, dass gleichwertige Generika untereinander ausgetauscht werden können.

Eine Million Medikamenten-Packungen mehr auf Lager

Die Nachfrage nach Generika ist mittlerweile so stark, dass die Apothekerschaft ihre Lager erheblich aufgestockt hat. Seit dem Jahr 2002 haben die 1.170 öffentlichen Apotheken in Österreich ihre Lagerbestände um insgesamt eine Million Medikamenten-Packungen erhöht. Das bedeutet, dass jede Apotheke durchschnittlich 1.000 Packungen mehr auf Lager hat als noch vor zwei Jahren. Bei diesen zusätzlichen Präparaten handelt es sich überwiegend um Generika.

Dennoch kann es bei der Vielzahl der am Markt befindlichen Arzneimittel durchaus vorkommen, dass ein nachgefragtes Generikum nicht lagernd ist. Der Grund dafür können Lieferengpässe der Industrie oder Fragen der Haltbarkeit sowie Lagerkapazitätsprobleme in der Apotheke sein. Hätte eine Apotheke sämtliche am Markt befindliche Generika auf Lager, wäre es unvermeidbar, dass die Haltbarkeitsfrist etlicher Präparate ablaufen würde und diese vernichtet werden müssten. Das würde einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen.

Forderung: Der Patient soll wählen können

"Der gesetzliche Rahmen lässt dem Patienten derzeit keinen Spielraum", sagt Dr. Herbert Cabana. Ist ein Generikum nicht lagernd, darf der Apotheker dem Patienten kein anderes wirkungsgleiches Nachbau-Medikament anbieten. Der Patient muss in diesem Fall warten, bis das verschriebene Präparat vom Großhändler in die Apotheke geliefert wird, und kann seine Therapie nicht unmittelbar beginnen.

Zu dieser Situation müsste es nicht kommen. Die Apotheker als Pioniere im Einsatz von Generika stellen daher eine Forderung auf, die sowohl den Patienten als auch der Volkswirtschaft entgegenkommt. Cabana: "Wir fordern, dass der Patient unter gleichwertigen Generika in der Apotheke auswählen darf."

Der Patient soll in Zukunft selbst entscheiden können, ob er zu einem alternativen, völlig gleichwertigen und preislich identen, wenn nicht günstigeren Generikum greifen möchte. Der Apotheker als Arzneimittelfachmann steht ihm dabei selbstverständlich beratend zur Seite. Für die Krankenkassen würden durch allfällige Austauschaktionen keine Mehrkosten entstehen sondern Einsparungen. Außerdem kann den Wünschen der Patienten dadurch noch besser als bisher entsprochen werden, da diese ihre Therapien unmittelbar beginnen können.

Österreichs Apotheken auf einen Blick

In Österreich werden derzeit 1.170 öffentliche Apotheken von selbständigen Apothekerinnen und Apothekern geführt. Fast 4.500 Apotheker mit einem abgeschlossenen Pharmazie- Studium stehen der Bevölkerung beratend zur Verfügung. Insgesamt arbeiten in Österreichs Apotheken ca. 12.300 Personen, 90 Prozent davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Apotheken befindet sich am Land und in Kleinstädten, womit die Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheits-Nahversorger erfüllen. Allein im Jahr 2003 wurden in den Apotheken 108 Millionen Kundengespräche geführt und 85 Millionen Packungen, die auf rund 44 Millionen Rezepten verschrieben wurden, überreicht.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Apothekerkammer
Kommunikation und Presse
Mag. Gudrun Reisinger
Spitalgasse 31, 1090 Wien
Tel.: 01/40414-600
Fax: 01/408 84 40
gudrun.reisinger@apotheker.or.at
http://www.apotheker.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | APO0006