ÖAMTC: Ungewollte Selbsteinsperrung in Reihe von Fahrzeugen möglich

Club fordert Automobilindustrie auf, Personenschutz über Sachschutz zu stellen

Wien (ÖAMTC-Presse) - Gefangen im eigenen Auto, eine beängstigende Situation nicht nur für Menschen, die an Klaustrophobie leiden:
"Fälle von ungewollten Selbsteinsperrungen in Fahrzeugen nehmen stark zu. Die Fahrzeughersteller versuchen die Autos immer besser gegen Diebstahl und Einbrüche zu schützen. Das hat zur Folge, dass ein elektronisch verriegeltes Fahrzeug in bestimmten Fällen bei manchen Automodellen nicht mehr von innen zu öffnen ist", erklärt Erwin Dobias, Leiter der Technischen Information des ÖAMTC.

Dem Techniker des Clubs ist ein Fall bekannt, bei dem kürzlich der Fahrer einer Luxuslimousine eine ganze Nacht im Auto eingeschlossen gewesen ist. Durch ein Missgeschick war der Zündschlüssel in Form einer elektronischen Keycard unerreichbar unter den Sitz gerutscht. Da der Lenker zuvor mit der Keycard an den Blinkerhebel angekommen war, verriegelten sich die Türen. Ein Öffnen wäre nur noch mit der Keycard im Zündschloss möglich gewesen. "Dabei hatte dieser Mann noch einigermaßen Glück. Hätte sich der Vorfall bei Tag und sengender Hitze ereignet, wäre schnell eine lebensbedrohliche Situation eingetreten", sagt Dobias.

Laut Club-Techniker handelt es sich bei ungewollten Selbsteinsperrungen nicht um ein markenspezifisches Problem. Bei einer Reihe von Fahrzeugenmodellen ist eine unfreiwillige Selbsteinsperrung leicht möglich: "Steigt beispielsweise der Lenker aus einem solchen Fahrzeug aus und versperrt von außen das Auto, können die Mitfahrenden die Türen nicht mehr aufmachen. Die Türen lassen sich einzig und allein mit dem codierten Autoschlüssel beziehungsweise per Fernbedienung öffnen", erklärt Dobias.

Der ÖAMTC fordert die Automobilindustrie auf, den Personenschutz über den Sachschutz zu stellen. "Auch aus einem unerwünscht verriegeltem Auto muss man aussteigen können", sagt ÖAMTC-Techniker Dobias. Auf jeden Fall sollte man die Betriebsanleitung des Autos genau studieren. Stellt sich heraus, dass eine Türöffnung von innen ohne Schlüssel nicht möglich ist, sollte man im Fahrzeug einen Notfallhammer mitführen. Damit kann der Eingeschlossene im Notfall die Scheiben einschlagen und das Auto verlassen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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