Ethische Aspekte der Präimplantationsdiagnostik

Interdiszipinärer Arbeitskreis veröffentlicht Folder

Wien (OTS) - Ein neuer Folder fasst die ethischen Argumente verständlich zusammen, die in der Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik (PID) eine große Rolle spielen. Der Folder richtet sich an interessierte Personen, die sich ihre eigene Meinung zur PID bilden wollen. Erarbeitet wurde er von einem interdisziplinären Arbeitskreis, der von dialog<>gentechnik geleitet wurde.

Welche ethischen Fragestellungen würden sich bei einem Verbot, welche aus einer Zulassung der PID ergeben? Durch ein Verbot würden mögliche Chancen auf Heilung und auf gesunde Kinder in Familien mit schwerer Erbkrankheit eingeschränkt. Gleichzeitig würde eine Zulassung die Möglichkeit beinhalten, eine Auswahl nach Behinderung, Geschlecht, körperliche Auffälligkeiten oder Eignung als Organspender zu treffen. Der derzeitige Hauptzweck der PID - Selektion - kann daher ethisch von erwünscht bis äußerst bedenklich beurteilt werden.

Der Arbeitskreis war sich im Folgenden einig: Es sei eine prinzipiell sinnvolle Anwendung der PID, nach einer künstlichen Befruchtung nur entwicklungsfähige Embryonen in die Gebärmutter einzusetzen. Eine Zulassung der PID würde jedoch auch die Gefahr der Schleusenöffnung beinhalten, es müssten Kriterien der Auswahl festgelegt werden. Offen sei auch die Frage der Verantwortung und Haftung.

Die Mitglieder des Arbeitskreises stammen aus Ärztekammer, Behindertenverbänden, Ethik, Medizin, Philosophie, Recht, Selbsthilfegruppen, Theologie und Wissenschaft. Durch die intensiven Diskussionen in den 18 Monaten der Zusammenarbeit wurde Respekt und Verständnis für die jeweils anderen Positionen entwickelt. Aufgrund der Meinungsvielfalt unter den etwa 15 aktiven TeilnehmerInnen wurde auf eine ethische Bewertung der PID verzichtet und stattdessen eine gemeinsame Zusammenstellung ethischer Argumente erarbeitet.

Der Arbeitskreis konstituierte sich als Folge des GEN-AU Diskurstags "Gendiagnostik" 2002 und wurde vom unabhängigen Verein dialog<>gentechnik geleitet und moderiert. Für die Inhalte des Folders sind die Mitglieder des Arbeitskreises verantwortlich. Der Folder kann bei dialog<>gentechnik kostenlos bestellt werden:
http://www.dialog-gentechnik.at bzw. 01-4277-53035.

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