Erhard Fürst: Mehr Regelungskompetenz für betriebliche Sozialpartnerschaft

Arbeitszeitdiskussion zu sehr von ideologischen Grundhaltungen geprägt - Arbeitszeitverlängerung:langfristig Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Wien (OTS) - Als "viel zu sehr von ideologischen Grundhaltungen geprägt" kritisiert Dr. Erhard Fürst, Geschäftsführer von Austria perspektiv -Ein Institut der Österreichischen Wirtschaft, die laufende Diskussion über die Arbeitszeitverlängerung. "Tatsächlich sind die betrieblichen Realitäten und damit die Bedürfnisse der Unternehmen höchst unterschiedlich und decken das gesamte Spektrum ab: von Zufriedenheit mit den bestehenden Flexibilisierungsmöglichkeiten über den Wunsch nach mehr Flexibilität der Arbeitszeit bis zur Arbeitszeitverlängerung", so Fürst. Wenn es also tatsächlich darum gehe, jeden (wirtschaftlich vertretbaren) Arbeitsplatz in Österreich zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen, führe kein Weg an einer stärkeren Verlagerung der Regelungskompetenz zur betrieblichen Sozialpartnerschaft vorbei, wobei die Verlängerung der Arbeitszeit eine der Optionen sein muss, betont Fürst.

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen einer Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich seien auf kurze Sicht nicht seriös abzuschätzen, hängen sie doch von einer Vielzahl von Faktoren, wie z.B. Kapazitätsauslastung, Nachfrage, Organisation des Produktionsprozesses etc. ab. Bei längerfristiger Betrachtung bringe eine Arbeitszeitverlängerung jedoch unzweifelhaft eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und damit die Chance auf mehr Wachstum und Beschäftigung.

"Da ein wesentlicher Teil der Arbeitszeitregelungen durch Kollektivvertrag festgelegt ist, sind in erster Linie die Sozialpartner gefordert, durch neue Rahmenbedingungen das Spektrum an Arbeitszeitoptionen auf Betriebsebene deutlich auszuweiten. Im Übrigen sollte auch der öffentliche Dienst nicht von der Arbeitszeitdiskussion ausgeklammert bleiben", meint Fürst abschließend.

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