WIE VERHALTEN SICH AUTOFAHRER "DES OSTENS" AUF ÖSTERREICHISCHEN STRASSEN?

Neue KfV-Erhebung zeigt: Österreichische Autofahrer kein Vorbild für Lenker aus angrenzenden neuen Beitrittsländern.

Wien (OTS) - Wollen Sie Ihren Urlaub in einem der neuen östlichen EU-Staaten verbringen? Vielleicht mit dem eigenen Fahrzeug? Bevor es losgeht, stellen sich vermutlich einige Fragen: Wie sieht es in punkto Verkehrssicherheit in Ihrem potenziellen Urlaubsland aus? Wie schnell darf ich fahren? Wie genau es Pkw-Lenker anderer Länder -nämlich der angrenzenden östlichen Nachbarländer - mit der Einhaltung der Verkehrsregeln auf unseren Straßen nehmen und welche Unterschiede es im Verkehrsverhalten gibt, zeigt eine aktuelle Erhebung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Neue KfV-Erhebung zu Gurtverwendung und Geschwindigkeit

KfV-Verkehrsexperten nahmen unter die Lupe wie es mit der Einhaltung der Straßenverkehrsordnung so bestellt ist: Autos aus Österreich und den angrenzenden Nachbarländern Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn wurden auf ihr Verhalten in punkto Gurtverwendung und Geschwindigkeit (auch Polen) überprüft. Das Resultat gibt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann wenig Anlass zu Freude: "Geht es um das Anschnallen und um eine gemäßigte Fahrweise, geben wir Österreicher ein mehr schlechtes als rechtes Vorbild für unsere östlichen Nachbarn ab! Die Messungen ergaben, dass im Ortsgebiet (mit 81 km/h) und auf Freilandstraßen (mit 134 km/h) jeweils ein österreichischer Pkw Spitzenreiter in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit war. Und auch in punkto Gurtverwendung waren die Pkw-Insassen der Nachbarländer meist sorgsamer unterwegs."

Gurterhebung: Nur auf Rücksitzen sind Österreicher besser

Einige Details aus der Untersuchung: Slowenische (94,3%) tschechische (93,5%) und slowakische (89,1%) Lenker schnitten bei der Gurtanlegequote wesentlich besser ab als ihre österreichischen Pendants (75,3%). Auch ungarische Pkw-Lenker (77,6%) hatten diesbezüglich vor den Österreichern - wenn auch nur geringfügig - die Nase vorn. Bei der Gurtverwendung auf den Vordersitzen schnitten die ausländischen Beifahrer auf den Vordersitzen großteils besser ab als österreichische Mitfahrer. Einzig ungarische Pkw-Insassen scheinen sich auf einem ähnlich (niedrigem) Niveau in Sachen Anschnallmoral wie Österreicher zu bewegen. Auf den Rücksitzen schneiden österreichische Verkehrsteilnehmer allerdings besser ab: Die Verwendungsquote bei den untersuchten neuen EU-Nachbarländern war deutlich unter dem österreichischen Niveau. Generelle Anschnallpflicht - also auf Vorder- und Rücksitzen - herrscht allerdings auch in diesen Ländern.

Geschwindigkeit: Tschechische und slowenische Autofahrer vorbildhaft

Die KfV-Untersuchung zeigte auch, dass sich Autofahrer der östlichen Beitrittsländer offenbar vom verkehrsunsicheren Verhalten österreichischer Pkw-Lenker anstecken ließen. An Stellen wo Österreicher schneller unterwegs waren, stiegen auch die östlichen Nachbarn mehr aufs Gas. Im Ortsgebiet überschreiten zwar ungarische Pkw-Lenker am häufigsten das zulässige Limit (57% Überschreiter), alle übrigen Nationalitäten waren aber langsamer als Österreicher (49% Überschreiter) unterwegs. Im Freiland überschritten polnische (24% Überschreiter) und slowakische Pkw (14% Überschreiter) die Höchstgeschwindigkeit häufiger als österreichische Pkw (12% Überschreiter), alle anderen waren disziplinierter. Im Ortsgebiet waren tschechische Autofahrer am gemäßigten unterwegs, auf Freilandstraßen slowenische.

Wie sehen die Gesetze anderswo aus?

Über die vorherrschenden Höchstgeschwindigkeiten der einzelnen Staaten werden Urlaubsreisende bereits beim Grenzübergang informiert. Über Promillegrenzen oder Licht am Tag wissen österreichische Autofahrer meist wenig. Generell "Null Promille" heißt es für Autofahrer in der Tschechischen Republik, in Estland, Ungarn und der Slowakei. Als "Paradies" für Alkoholsünder kann jedoch Zypern gelten:
Hier wird erst ab 0,9 Promille gestraft! Licht am Tag müssen Pkw in der Tschechischen Republik, in Polen, Litauen und der Slowakei während der Winterzeit, in Estland, Lettland und Slowenien sogar das ganz Jahr über und in Ungarn außerhalb des Ortsgebiets eingeschaltet haben. In Österreich gibt es für Licht am Tag keine gesetzliche Verpflichtung.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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