Neues Volksblatt" Kommentar: "Zu einfach" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 13. Juli 2004

Linz (OTS) - Die Gespräche hatten noch nicht wirklich begonnen,
war das Ausstiegsszenario schon bewusst geboren: Andere Interpretationen des vom ÖGB ausgegebenen Mottos "Harmonisierungs-Konsens nur bei Rücknahme der Pensionsreform 2003" könnten nur als finanziell und politisch weltfremd gewertet werden. Mit seinem vorhersehbaren Ausstieg ersparte sich ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch gleich mehrere drohende Konfliktherde: Der SPÖ, für die er ja im Nationalrat sitzt, wurde nicht in ihre Parteitaktik - bei der das Pensionsthema stets eine wesentliche Rolle spielte -gefahren. Innerhalb der SP-Gewerkschafter ersparte er sich Konflikte mit Hardlinern wie Hans Sallmutter. Im Gesamt-ÖGB verzichtete er auf Auseinandersetzungen mit dem (schwarzen) Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, dessen Harmonisierungs-Verständnis wohl anders aussieht als das sonst im ÖGB propagierte. Dabei bleibt tatsächlich noch viel zu tun. Die Schwerarbeiterregelung ist nicht ausgereift, eine gerechte Lösung für den Öffentlichen Dienst nicht auf dem Tisch. Wer sich von diesen Fragen absetzt, macht es sich zu einfach.

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